Jennifer Bate
Jennifer Bate gehört seit vielen Jahren zu den weltbesten Organisten und wird seit langem regelmäßig von den großen internationalen Festivals eingeladen. Sie hat ein außerordentlich großes Repertoire, das sich vom 18. Jahrhundert bis zu zeitgenössischen Werken erstreckt. Viele Komponisten haben Werke für sie geschrieben, inspiriert von ihrer großartigen Technik und ihrer Fähigkeit, die Klangfarben der Orgel herauszuarbeiten.
1990 erhielt Jennifer Bate internationale Anerkennung für ihre herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Musik durch die Ernennung zur „Personnalité de l’Année“, verliehen von einer überwiegend französischen Jury. Nach Sir Georg Solti und Sir Yehudi Menuhin war sie erst die dritte britische Künstlerin, der diese Auszeichnung verliehen wurde. 1996 erhielt sie die Ehrenbürgerschaft der italienischen Provinz Alessandria in Anerkennung ihrer mehr als zwanzig Jahre dauernden Dienste für die Musik in Norditalien.
Jennifer Bates offizielles Debüt in London fand 1969 in der Westminster Abbey statt. 1974 eröffnete sie ein BBC-Promenaden-Konzert in der Royal Albert Hall mit Liszts Fantasie und Fuge über „Ad nos, ad salutarem undam“ – und war damit die erste Künstlerin, die ein solches Konzert mit einem 30-minütigen Solostück begann. Unter den weiteren bedeutenden Konzerten in Großbritannien waren 1976 die Londoner Premiere von Frickers 5. Symphonie für Orgel und Orchester bei den Proms, nach nur zweiwöchiger Vorbereitungszeit, sowie 1985 die Londoner Premiere von Panufniks Metasinfonia mit dem London Symphony Orchestra in der Royal Festival Hall, nachdem sie nur 48 Stunden zuvor davon erfahren hatte. Eine Woche später erfolgte die Aufnahme dieses Werks in der Royal Albert Hall.
1986 wurde sie mit Peter Dickinsons Werk Blue Rose Variations (einer Kombination aus Blues, Ragtime und klassischen Elementen) in der Royal Festival Hall gefilmt. Weiters nahm sie sein Orgelkonzert mit dem BBC Symphony Orchestra auf, diese Aufnahme wurde nun von Albany Records neu herausgebracht.
Jennifer Bate hat einen einzigartigen Ruf als weltweite Autorität für die Orgelwerke von Olivier Messiaen, mit dem sie sehr viel gearbeitet hat. Zwischen 1980 und 1982 nahm sie sein gesamtes Orgelwerk in der Kathedrale von Beauvais auf. Messiaen hörte sich jeden Teil der Aufnahmen vor der Veröffentlichung an und war von den Aufnahmen begeistert. Alle diese Aufnahmen fanden international große Beachtung und Jennifer Bate wurde zu Messiaens bevorzugter Organistin, der er sämtliche Orgelrezitale seiner letzten zehn Jahre widmete. Er versah alle ihre Noten mit seinen persönlichen Anmerkungen zur Interpretation und Jennifer Bate spielt sein letztes Meisterwerk für Orgel „Livre du Saint-Sacrement“ nach wie vor aus Messiaens eigenem Manuskript. Bei der britischen Premiere in der Westminster Cathedral im Jahr 1986, in Anwesenheit des Komponisten, erhielt sie 20-minütige Standing Ovations von einem fachkundigen Publikum. Das Konzert wurde im selben Jahr gefilmt und auf Channel 4 ausgestrahlt. Messiaen lud sie daraufhin ein, die Weltpremiere der Aufnahme dieses Werks auf seinem eigenen Instrument in Paris zu spielen und war bei sämtlichen Proben und der gesamten Aufnahmezeit anwesend. Die Aufnahme hatte einen außerordentlichen internationalen Erfolg und erhielt einen Grand Prix du Disque.
1995 eröffnete Jennifer Bate das Messiaen Festival in der Église de la Sainte Trinité in Paris, bei dem Messiaens vollständiges Orgelwerk aufgeführt und aufgenommen wurde. Unter den zahlreichen Preisen und Auszeichnungen für ihre CD waren u. a. der Diapason dʼOr und der „Preis der Deutschen Schallplattenkritik“.
Auch als Komponistin hat Jennifer Bate viele Werke veröffentlicht. Einige dieser Kompositionen sind in ihrer letzten Aufnahme „Reflections“ zusammengefasst und formen eine musikalische Biographie, die sich über 25 Jahre erstreckt.
Jennifer Bate gibt weltweit Meisterkurse und Vorlesungen über eine Reihe von musikalischen Themen. Sie arbeitet sehr gerne mit jungen Menschen und entwickelte in diesem Zusammenhang ein Unterrichtsprogramm: A Guide to the King of Instruments. Dieses für alle Altersgruppen geeignete Programm ist sehr gefragt, sie unterrichtet es weltweit in fünf Sprachen.
