Christian Muthspiel

Dirigent
Posaune, Klavier, Stimme, Electronics & Toys

Geb. 1962 in Judenburg, Österreich, ab 6 Jahren Klavierunterricht, mit 11 zusätzlich Posaune.
Studium an der Musikhochschule Graz (Posaune Klassik und Jazz), alle Studien rechtzeitig und freiwillig abgebrochen. 1987 und 1988 Stipendiat an der „School of Fine Arts“ in Banff/Canada.
Als Posaunist, Pianist, Komponist und Dirigent ist Christian Muthspiel sowohl im Bereich des Jazz und der improvisierten Musik als auch im Kontext der komponierten und Neuen Musik international tätig. Zahllose Einladungen zu Konzerten, Produktionen und Dirigaten in viele wichtige Musikzentren der Welt sowie Kompositionsaufträge namhafter Orchester, Ensembles und Solisten geben Zeugnis von seiner stilüberschreitenden, innovativen Arbeit. Ein Hauptanliegen Christian Muthspiels ist die Verbindung von improvisierter mit komponierter Musik und damit die Zusammenführung der Kraft des Moments mit den formalen Möglichkeiten von Vorgefertigtem.
Damit spannt sich ein Arbeitsfeld auf, in welchem Muthspiel von der kleinen Jazzband bis zum Symphonieorchester und von der Soloperformance bis zum multimedialen Musiktheater mit unzähligen verschiedenen Klangkörpern und Künstlern als Interpreten seiner musikalischen Erfindungen kooperiert.
In den letzten Jahren ist Muthspiel vornehmlich als Komponist und Dirigent aktiv, unter anderem mit eigenen Zyklen sehr speziell programmierter Konzerte, zum Beispiel mit der „Camerata Salzburg“ und dem „Münchener Kammerorchester“. Dazu zählt das vierteilige Orchester-Projekt „mozart loops“ in der Philharmonie Essen und in Salzburg 06/07, welches Klassiker der Moderne mit Popsongs, gespielt von Wolfgang Muthspiel, konfrontiert.
Aktuelle Kompositionsaufträge erhält er von der Staatsoper Hannover (Konzert für E-Gitarre und Orchester, für Wolfgang Muthspiel, UA 2011), dem Wiener Musikverein (Duo für Angelika Kirchschlager und Gautier Capuçon, UA 2012; Chorwerk zum 150. Jubiläum des „Wiener Singverein“, UA 2008 Musikverein Wien), weiters vom „Siemens Arts Program“ (Liederzyklus für Angelika Kirchschlager nach Texten von Marcel Beyer, UA Musikfest Weimar 08), vom Festspielhaus St. Pölten (für das Ensemble „die reihe“, UA 2009) und dem Niederösterreichischen Tonkünstler Orchester (Doppelkonzert für Violine, Perkussion und Orchester für Benjamin Schmid und Emiko Uchiyama, UA Oktober 2009).
Das Konzert für Posaune und großes Orchester „ENNAHH... (an Albert Mangelsdorff)“, beauftragt von ORF und Philharmonie Essen, 2006 vom Radiosymphonieorchester Wien und Christian Muthspiel als Solist im Wiener Musikverein und Linzer Brucknerhaus aufgeführt, erlebt weitere Aufführungen in Essen und Kaiserslautern mit der Deutschen Radio Philharmonie 2008.
Das Christian Muthspiel Trio mit dem französischen Vibraphon-Virtuosen Franck Tortiller und dem Wiener Bassisten Georg Breinschmid wird ab 2006 zu Muthspiels Hauptformation im Bereich des Jazz und veröffentlicht 2007 die CD „against the wind“, die die Musik Werner Pirchners und Harry Pepls zum Inhalt hat, sowie 2009 „Dancing Dowland“ (beide Emarcy/Universal) mit Bearbeitungen des Lachrimae-Zyklus von John Dowland.
Die bislang über 50 mal gespielte Ernst-Jandl-Soloperformance „für und mit ernst“, 2008 auf edge/Deutsche Grammophon als CD erschienen, sowie gemeinsame Projekte mit Hermann Beil („Die Wasserfallfinsternis von Bad Gastein“), Manfred Karge (Musiktheater „Die Schicksalsperücke“, Auftrag Wiener Mozartjahr 2006) und Andrea Breth („Der zerbrochne Krug“, Ruhrtriennale 2009) sind Ergebnisse von Muthspiels Beschäftigung mit Literatur und der Verbindung von Wort und Musik.
Als neue Facette beginnt im Herbst 2006 eine Serie von bislang 15 Ausstellungen, in welchen Christian Muthspiel seine jahrelang „geheim“ gemalten Fenster.Bilder erstmals öffentlich zeigt.
2010 stehen neben weiteren Ausstellungen Konzerte und Tourneen mit dem Christian Muthspiel Trio, der 2009 neu gegründeten „Christian Muthspiel´s Yodel Group“ (CD „MAY“ Herbst 2010), Soloauftritte mit der Ernst-Jandl-Performance sowie Dirigate u. a. beim Staatsorchester Hannover, dem Orchester der Schlossfestspiele Ludwigsburg, dem Orchester recreation Graz und dem Ensemble „die reihe“ auf dem Programm.

(c)Erich Reismann
Konzerte 2010
Wiener ohne Walzer
01.07.2010 20:00
für und mit ernst
18.07.2010 20:00