Santenay
Julla von Landsberg, Sopran & Organetto
Elodie Wiemer, Blockflöte
Szilárd Chereji, Fidel
Orí Harmelin, Laute
Vier junge Musiker – vier unterschiedliche Nationen: Deutschland, Frankreich, Israel und Transsylvanien
Das gemeinsame Studium am Institut für Alte Musik in Trossingen (Deutschland) führte die vier im Frühjahr 2004 zusammen, und sie fanden sehr schnell eine gemeinsame Sprache, sie teilen die Faszination für die polyphone Musik des späten Mittelalters und der Renaissance. Beim gemeinsamen Spiel entwickelten sie ihre eigene Sprache, ihre eigene Annäherung an diese Musik.
Das Ensemble Santenay, benannt nach einem idyllisch gelegenen Ort im Herzen des Burgunds, indem der musikalische und poetische Reichtum des Mittelalters noch erhalten blieb, wurde gegründet.
Musik im Mittelalter zu notieren und somit der Nachwelt zu erhalten war ein teures und zeitaufwändiges Geschäft. Somit wurden zumeist nur die bekanntesten, beliebtesten und qualitativ hochwertigen musikalischen Werke notiert und in kunstvoll gearbeiteten Handschriften in Form von Büchern sorgsam aufbewahrt. Durch diese Auslese existiert heute eine große Sammlung von kulturell unschätzbar kostbarem Material, welches das Ensemble für Wert empfindet, erneut dem Publikum näher zu bringen.
Damals genauso wie heute handeln die Lieder von den Hauptthemen des Menschseins, dem Kreislauf der Natur, von gesellschaftlichen Problemen, der Ohnmacht des Menschen gegenüber seinem Schicksal und natürlich der Liebe. In ihrer Arbeit wählt das Ensemble Stücke aus, mit Texten, die sie ansprechen, sie bevorzugen eine Interpretation, die die Ausdruckskraft der Dichtung anhand der Musik hervorhebt.
Das Ensemble Santenay verwendet Instrumente, die der mittelalterlichen Ikonographie nachempfunden sind, um damit näher an ein originales Klangbild zu gelangen. Besonders viel Wert wird darauf gelegt, die damalige Musiksprache zu verstehen. Tatsächlich sind die Kompositionstechniken und Ausdrucksformen des Mittelalters und der Renaissance einem modernen klassischen Musiker fremd geworden. Das Ensemble versucht, ähnlich wie ein Interpret Neuer Musik, das Schriftliche nach und nach zu entschlüsseln, um die Essenz eines Stückes hervorzuholen und seine Bedeutung mit dem persönlichen modernen Denken zu verstehen und wiederzugeben.
Das Repertoire des Ensembles Santenay beginnt mit den Anfängen der mehrstimmigen Musik im 12. Jahrhundert und reicht bis zur mitteltönigen Frührenaissance im 16. Jahrhundert. Es umfasst französische, italienische, flämische sowie deutsche Musik. Besonders bei den mehrstimmigen französischen Liedern des 14. und 15. Jhd. (mit Werken von Gilles Binchois, Guillaume Dufay und deren weniger bekannten Vorgängern Jakob Senleches oder Baude Cordier) entwickelten sie eine eigene Klangfarbe und einen besonderen Charakter, die das Ensemble inzwischen kennzeichnen.
Rat, Unterstützung und Ermutigung erhält das Ensemble von Musikern wie Carsten Eckert, Lorenz Duftschmid und Kees Boeke.
In Konzerten möchten sie dem Publikum ein musikalisches Erlebnis, das aus der täglichen akustischen Landschaft herausführt, schenken. Durch schlichte Kommentare über den Kontext der Stücke, die Bedeutung der Texte, oder ihre persönliche musikalische Entscheidungen, versuchen sie dem Zuhörer die Musik näher zu bringen.
