Styriarte - Die steirischen Festspiele
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Chronik

   

1985

 

Lange schon hat sich der steirische Kultur-Landesrat Kurt Jungwirth bemüht, Nikolaus Harnoncourt für ein Festival in seine Heimatstadt Graz zurückzuholen. Gerade im „Jahr der Musik“ findet sich überraschend ein freies Feld in Harnoncourts Terminkalender, weil ein anderes seiner Projekte nicht realisiert wird. Ebenso überraschend tritt somit die styriarte auf die Bildfläche, mit dem Wiener Philharmoniker Wolfgang Schuster als künstlerischem Leiter und Andrea Herberstein als Generalsekretärin. Johann Sebastian Bach steht im Mittelpunkt des ersten Programms, die Johannes- und die Matthäuspassion im Grazer Dom mit dem Concentus Musicus unter Harnoncourt sind die Glanzpunkte der ersten styriarte.

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Nikolaus Harnoncourt, 1984, Photo: Ali Schafler

1986

 

Der zweite Durchgang der steirischen Klassik-Festspiele ist einem feurigen Italiener gewidmet: Claudio Monteverdi. Harnoncourt bringt seine Marienvesper im dafür einmaligen Ambiente des Grazer Doms heraus. Den tiefsten Eindruck hinterlässt aber eine Musiktheater-Produktion im Schauspielhaus: Purcells „Dido and Aeneas“ mit Roberta Alexander und Thomas Hampson in den Titelrollen sowie mit dem Concentus Musicus unter Harnoncourt im Graben. Der Opern-Glanzpunkt fordert auch seine Opfer: Ein Loch im Budget lässt Wolfgang Schuster als künstlerischen Leiter abdanken.

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Nikolaus Harnoncourt im Grazer Dom, Photo: Foto Amsuess

1987

 

Joseph Haydn ist der Jahresregent des Festivals, und erstmals leitet Nikolaus Harnoncourt das junge Chamber Orchestra of Europe. Die letzten sechs Londoner Sinfonien Haydns im Stefaniensaal werden damit zum Grundstein einer fulminanten künstlerischen Zusammenarbeit, die von nun an jährlich in Graz Sternstunden für ein neugieriges Orchester und einen unkonventionellen Dirigenten bringen wird. „Ein Fest für Haydn“ im Schloss Eggenberg wird ein einmaliger Publikums-Erfolg, der in den Folgejahren nicht mehr einzuholen sein wird. Erstmals überspringen die styriarte-Karteneinnahmen mit rund öS 1,6 Mio die Millionenmarke.

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Ein Fest fuer Joseph Haydn im Schloss Eggenberg

1988

 

Das Chamber Orchestra of Europe kommt im Schubert-Jahr der styriarte mit einer zyklischen Aufführung seiner Symphonien, natürlich unter Harnoncourt, nach Graz. Bis 1988 sind der Grazer Dom und die Mariatroster Kirche Harnoncourts Kirchenmusik-Spielstätten der styriarte. Die Auslastung und das Angebot des Festivals steigen, die Karteneinnahmen klettern auf rund öS 2,7 Mio. Dennoch: Andrea Herberstein verlässt das Festival nach diesem Jahr, als Programmleiter folgt ihr Christopher Widauer.

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Concentus Musicus Wien, Photo: Teldec Bildarchiv

1989

 

Für die styriarte ist das ein Mozart-Jahr. Nikolaus Harnoncourt erobert mit seinem Concentus Musicus und dem Arnold Schoenberg Chor die Stainzer Pfarrkirche als Aufführungsort für Mozarts Kirchenmusik. Aber mit dem Dreiklang Mozart-Stainz-Harnoncourt wird nicht nur ein styriarte-Mythos begründet, sondern auch eine Serie von einmaligen CD-Einspielungen bei Teldec. „Ein Fest für Mozart“ hat mit einer Freiluft-Produktion von „Il Re Pastore“ im Eggenberger Schlosspark das Zeug zum Klassiker, geht aber im Regen unter.

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Ein Fest fuer Mozart im Schloss Eggenberg

1990

 

Beethoven regiert dieses styriarte-Jahr: Harnoncourt beginnt seinen legendären Zyklus aller Beethoven-Symphonien, der später als CD-Produktion der Teldec ungeheuren Erfolg haben wird und damit die styriarte in alle Welt trägt. „Der Ohrenmaschinist“, Gert Jonkes Beethoven-Stück, kommt als Auftragswerk der styriarte im Schauspielhaus heraus, das Orpheum wird als styriarte-Spielstätte eingeführt, aber vom Publikum nicht angenommen. Im Budget bleibt dem Festival wieder ein Loch, Christopher Widauer verlässt das Unternehmen.

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Nikolaus Harnoncourt beim Partiturstudium

1991

 

Mit der Neunten wird Harnoncourts Beethoven-Zyklus von 1990 abgeschlossen. Der einstige Spezialist für Alte Musik nähert sich mit dem Chamber Orchestra of Europe in Graz dem Werk von Mendelssohn, neben Johann Joseph Fux dem Jahresregenten der styriarte 1991. Edita Gruberova löst mit Mozart-Konzert-Arien im Stefaniensaal Begeisterungsstürme aus. Vor Schloss Eggenberg besorgen Pferde mit einem barocken Rossballett den szenischen Part der styriarte. Mathis Huber verantwortet seit diesem Jahr das Festival als Intendant. Die Karteneinnahmen überschreiten mit öS 3,5 Mio wieder eine Millionengrenze.

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Rossballett vor dem Schloss Eggenberg

1992

 

Kein Jahresregent, sondern ein Thema prägt fernerhin die styriarte-Programme, diesmal: „Sommer Nacht Traum“. Im Zentrum stehen Mendelssohns Sommernachtstraum-Musik und seine Walpurgisnacht mit dem Chamber Orchestra of Europe, Purcells Fairy Queen mit dem Concentus Musicus, alle drei unter Harnoncourt. Und rundherum „eine phantastische nächtliche Reise vom Mittelalter bis in die Gegenwart“.

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Nikolaus Harnoncourt, 1992

Zum Thema 1992

1993

 

Das styriarte-Thema dieses Jahres, „Raum und Klang“, wird für das steirische Festival eine spannende Herausforderung. Dieses styriarte-Programm ermöglicht es, das einmalige Ambiente der Landeshauptstadt in neuen Dimensionen wahrzunehmen, seien es die Kalvarienberg-Kirche, das Mausoleum oder andere prächtige Gefäße für edle Klänge. Jordi Savall ist mit seinen Ensembles erstmals zu Gast in Graz.

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Grazer Mausoleum, Photo: Graz Tourismus

Zum Thema 1993

1994

 

Das styriarte-Thema „Brüche und Brücken“ wirft ein Beziehungsnetz über die europäische Musik zwischen Ars Nova des 14. Jahrhunderts und Neuer Musik unserer Zeit, zum Beispiel in einer spannenden Begegnung des Hilliard-Ensembles mit Jan Garbarek (Gothic meets Jazz). Nikolaus Harnoncourt versammelt eine Starbesetzung für eine konzertante Fidelio-Produktion. Mozarts Schauspieldirektor wird im Stefaniensaal zum ersten gemeinsamen Projekt zwischen Josef Hader und Harnoncourt. Die styriarte-Karteneinnahmen klettern in diesem Jahr auf rund öS 5,7 Mio.

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Gidon Kremer, 1994

Zum Thema 1994

1995

 

Die elfte styriarte folgt den „Spuren des Mythos“ zwischen dem Römersteinbruch in Wagna, wo der Theatermagier Gigi Tapella den Dichter Ovid sucht, und Schloss Eggenberg, wo Thomas Höft das mythologische Programm des Bauwerks in einer musikalischen Wanderung greifbar macht. Nikolaus Harnoncourt setzt Maßstäbe der Schubert-Deutung mit dessen Messen in Es und As. Und er finanziert und ermöglicht damit ein styriarte-Kinderprojekt: Die Zauberflöte im Zirkuszelt, präsentiert von Kindern für Kinder. Der Umfang der styriarte hat mittlerweile über dreißig Vorstellungen in drei Wochen erreicht, die Karteneinnahmen überwinden die 6-Millionen-Marke.

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styriarte Kinderorchester

Zum Thema 1995

1996

 

Die styriarte präsentiert sich in neuem Design – wie das Motto dieses Jahres „Einfach klassisch“. Unter diesem Thema durchstöbert die styriarte den Begriff „Klassik“, der mitunter als bequeme Schublade für die gesamte europäische Kunstmusik dient. Nikolaus Harnoncourt betritt in Graz ganz neuen Boden. Er bricht eine Lanze für den Opernkomponisten Robert Schumann und interpretiert in Starbesetzung dessen Oper „Genoveva“. Die „Klassik“-styriarte erreicht eine Auslastung von 93%.

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Nikolaus Harnoncourt bei der Pressekonferenz zu Genoveva

Zum Thema 1996

1997

 

Die styriarte setzt ihre Klassikdiskussion fort und stellt die Ideen des Fragmentarischen und des Monumentalen einander gegenüber. Unter dem Motto „...aber noch viel schönere Hoffnungen ...“ (aus Grillparzers Grabrede für Franz Schubert) wird dieses Spannungsfeld mit einem Schwerpunkt auf Musik von Schubert und Brahms beschritten. Die Gesamtaufführung der Brahms-Sinfonien mit dem Chamber Orchestra of Europe einerseits und die Produktion von Schuberts Oratorienfragment „Lazarus“ andererseits, beides unter der Leitung Nikolaus Harnoncourts, sind die markanten Eckpfeiler dieses Festivaljahres. Auf der Opernseite erregt die Uraufführung der unvollendeten Schubert-Oper „Der Graf von Gleichen“ in der Fassung von Richard Dünser Aufsehen. Erstmals wird die styriarte auf vier Wochen ausgedehnt und präsentiert 35 Veranstaltungen.

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Franz Schubert

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1998

 

Die styriarte beginnt einen Themenzyklus, der sich auf die Spur der Ursehnsüchte der Menschheit und damit zugleich auf die Spur der Urmotive der Kunst begibt. „Verlorenes Paradies?“ – dieses Motto lässt die styriarte träumen: den Traum vom verlorenen Garten Eden und der Rückkehr dorthin. Mit Schumanns Oratorium „Das Paradies und die Peri“ stellt Nikolaus Harnoncourt ein weiteres Schlüsselwerk der Romantik in den Mittelpunkt der styriarte und bricht in diesem Jahr auch eine Lanze für den Operkomponisten Joseph Haydn - „Armida“ mit Cecilia Bartoli in der Titelrolle wird zu einem Höhepunkt des Festivals.

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Cecilia Bartoli und Michael Schade bei den Proben zu Armida

Zum Thema 1998

1999

 

Unter dem Titel „Erklär mir, Liebe!“, einem Gedicht von Ingeborg Bachmann entnommen, sucht die styriarte 1999 nach Worten und Tönen der Liebe – vom hohen Mittelalter bis zur Gegenwart. Nikolaus Harnoncourt betritt in diesem Themenfeld unerwartet Neuland und stellt sich als Wagner-Interpret (Tristan, Tannhäuser) vor, kontrastiert durch ein denkwürdiges Brahms-Programm rund um die Liebesliederwalzer. Il Giardino Armonico, die italienische Kultformation, betritt ebenfalls Neuland mit ihrem ersten Opernengagement in einer szenischen Produktion von Claudio Monteverdis „Orfeo“ im Grazer Schauspielhaus. Jordi Savall rundet den Monteverdi-Schwerpunkt des Festivals mit dessen 8. Madrigalbuch ab. Mit einer dreiteiligen Personale stellt die styriarte das Werk des estnischen Komponisten Arvo Pärt vor. Das Festival dehnt sich auf 42 Veranstaltungen aus, für die 26.000 Karten aufgelegt werden.

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L'Orfeo im Schauspielhaus Graz

Zum Thema 1999

2000

 

Das Bild vom Turmbau zu Babel steht in der styriarte über der Frage nach dem Werden von Gesellschaften, nach dem Entstehen kultureller Vielfalt. Die styriarte erzählt unter dem Motto „www.babel.vg“ Geschichten vom Reichtum, der in der Begegnung unterschiedlicher Kulturen entsteht. Nikolaus Harnoncourt spürt dem Reiz der „Donaumonarchie“ nach, Jordi Savall dem multikulturellen Andalusien vor 1500, die Jazz Big Band Graz dem Schmelztiegel New York. Mit Händels „Agrippina“ in der Inszenierung von Christian Pöppelreiter setzt Il Giardino Armonico seine Karriere als Opernorchester der Extraklasse fort und entführt die styriarte-Besucher in einer ausrangierten Industriehalle ins Rom von Kaiser Nero. Eine vielversprechende Zusammenarbeit wird von der styriarte etabliert: Nikolaus Harnoncourt beginnt mit dem bis dahin als Interpret Neuer Musik bekannten französischen Pianisten Pierre-Laurent Aimard eine Aufführungsserie von Beethovens Klavierkonzerten.

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Haendels Agrippina: Gabriele Sima und Antonio Abete

Zum Thema 2000

2001

 

Der Gegenpol zu Babel, Utopia, ist das Ziel der styriarte-Reise 2001. Unter dem Motto „...in eine bessre Welt entrückt“ spinnt das Festival Fäden aus dem Babel-Themenkreis weiter und bringt Utopien der Menschheit zum Klingen. Nikolaus Harnoncourt setzt sein Donaumonarchie-Projekt fort (Dvo?ák, Bartók, Beethoven) und setzt Maßstäbe mit seiner erstmaligen Interpretation des Verdi-Requiems. Viktor Ullmanns im Lager Theresienstadt komponierte Oper „Der Kaiser von Atlantis“, inszeniert von Christian Pöppelreiter und unter der musikalischen Leitung von Peter Keuschnig, wird im in einer Tramwayremise errichteten Festspielhaus zu einem ungemein berührenden Manifest der Hoffnung auch im Angesicht des Todes. Der österreichische Komponist Gösta Neuwirth steht im Mittelpunkt einer Personale, die das Klangforum Wien und der Arnold Schoenberg Chor gestalten. Einige Vorstellungen der styriarte 2001 müssen wegen der großen Nachfrage wiederholt werden. So auch ein Beethoven-Klavierabend des herausragenden Grazer Pianisten Markus Schirmer. Eine Reise der styriarte Landpartie führt ins obersteirische Benediktinerstift St. Lambrecht, wo für die Besucher in einer 20 Stunden dauernden Veranstaltung die Utopie des „Gottesstaates“ des Augustinus erfahrbar gemacht wird. In 44 Veranstaltungen erreicht die styriarte knapp 23.000 Besucher und Karteneinnahmen von annähernd zehn Millionen Schilling.

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Viktor Ullmanns Kaiser von Atlantis, Szenenphoto

Zum Thema 2001

2002

 

„...den Blick nach oben“ gerichtet, begibt sich die styriarte 2002 auf die Suche nach dem Göttlichen. Auf den Feldern von Drama, Gesang und instrumentalem Gebet zieht sie die Summe aus nach oben gerichteten Gesängen eines Jahrtausends. Nikolaus Harnoncourt findet diese bei Beethoven, Schubert und Haydn, mit dessen Heiligmesse er seine sechsjährige Beschäftigung mit den Glaubensnöten des alten Haydn in revolutionärer Zeit zu einem Schlusspunkt bringt. Das Festspielhaus in der Tramwayremise dient wiederum als Opernbühne: Die zweite Generation Harnoncourt präsentiert J. A. Hasses Dreipersonenstück „Piramo e Tisbe“. Auf dem Grazer Schloßberg erklingt das Panorama der Grazer Glocken, von Florian Geßler zu einem Klangereignis komponiert. Mehrmals begibt sich die styriarte auf Wallfahrten: mit dem Märchenerzähler Helmut Wittmann zum slowenischen Wallfahrtskirchlein Sveti Duh, mit Lorenz Duftschmid und seinem Armonico Tributo auf den Weizberg und mit Jordi Savall in die Stiftskirche Seckau. Ein fünfteiliger Konzertzyklus, „Nachtzeit bei den Minoriten“, wirft mit jungen Komponisten zu später Abendstunde einen ganz besonderen Blick nach oben. Und Händel kommt gleich zweimal zu Wort: einmal mit seinem Jugendwerk „La Resurrezione“, interpretiert von Il Giardino Armonico, und zum Abschluss der styriarte mit seinem „Messiah“, den der Arnold Schoenberg Chor und Concerto Köln erklingen lassen. Rund 25.000 Besucher bescheren der styriarte wieder ein Plus von 9 Prozent und Einnahmen von rund 780.000 Euro.

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Hasses Piramo e Tisbe: Silvia Weiss und Elisabeth von Magnus

Zum Thema 2002

2003

 

Mit einer fulminanten szenischen Produktion, Offenbachs „Grande-Duchesse de Gérolstein“ unter der musikalischen Leitung von Nikolaus Harnoncourt und in der Regie von Jürgen Flimm, feiert die styriarte 2003 „Die Macht der Musik“. Insgesamt steuert Nikolaus Harnoncourt fünf Projekte zur styriarte bei. Mit Pierre-Laurent Aimard bringt er das im Zyklus noch fehlende 1. Klavierkonzert von Beethoven auf die Bühne und beschwört mit einer Modellaufführung von Händels Alexanderfest das Motto von der Macht der Musik.
Zum ersten Mal lädt die styriarte zu einer ganzen Reihe von Festen: im Schloss Eggenberg trifft man sich bei „Don Giovannis Fest“ zu einem Festmahl an der Tafel des Verführers, dem Jahresregenten Hugo Wolf sowie dem mythischen Sänger Orpheus sind musikalische Feste gewidmet, im Stift St. Lambrecht erfährt man in einem intensiven Wochenende die „Harmonia Coelestis“ und schlägt sich beim „Tanzfest“ walzernd eine ganze Nacht um die Ohren. Gerd Kühr gilt eine zweiteilige Personale, gestaltet vom Arnold Schoenberg Chor und dem Orchester recreation. Jordi Savall beschließt die styriarte 2003 mit Monteverdis „Marienvesper“ im Prachtbau der Pöllauer Kirche. Für eine ganze Reihe von Veranstaltungen bewährt sich die neue Helmut-List-Halle, ein international hoch gelobter Bau mit formidabler Akustik, als Veranstaltungsort brillant. 30.000 Besucher und 1,1 Mio. EURO Kartenertrag bei 52 Veranstaltungen sprechen eine deutliche Sprache des Erfolgs.

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Offenbachs Groszherzogin von Gerolstein: Marie-Ange Todorovitch in der Hauptrolle

Zum Thema 2003

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Magazin 1 / 2003

Magazin 2 / 2003

Magazin 3 / 2003

2004

 

Unter dem Motto „Von Zeit zu Zeit“ bewegt sich die styriarte 2004 klangvoll durch die Zeiten der Musik. Der Gotteszeit zollt Nikolaus Harnoncourt Tribut mit Bibers f-Moll Requiem in Stainz und mit der fulminanten Interpretation von Telemanns Endzeitvision „Der Tag des Gerichts“. Der Star der styriarte bringt mit dem Tripelkonzert auch seine Aufführung und Einspielung aller beethovenschen Klavier-Orchesterwerke gemeinsam mit dem Ausnahmepianisten Pierre-Laurent Aimard zu einem vielbejubelten Ende und bricht mit Schuberts Rosamunde eine Lanze für eine unterbewertete Schauspielmusik der Romantik.
Neben Biber wird auch der Jahresregenten Antonín Dvorák (Requiem) und Marc-Antoine Charpentier gedacht. Dessen „Canticum ad Beatam Virginem Mariam“ zelebriert der Katalane Jordi Savall mit seinen herausragenden Ensembles bei einer styriarte-Landpartie in Pöllau. Jordi Savall obliegt es auch, einen triumphalen Schlusspunkt an das Ende des Festivalkonzertreigens zu setzen: In der Basilika von Stift Rein wird die erste geistliche Oper, Emilio de Cavalieris „Rappresentatione di Anima e di Corpo“ aus dem Jahre 1600, in einer klaren Inszenierung berührend dargeboten.
Dazwischen liegen einige der beliebten und prächtigen styriarte-Feste, eines zur „Vergänglichkeit“ im herrlichen Ambiente des Schlosses Eggenberg, eines „À la recherche du temps“ mit Pierre-Laurent Aimard als klugem Programmkoordinator und wunderbarem Interpreten, ein zweitägiges Orgelfest und ein kulinarisch-musikalisches Fest, das die Freuden der Renaissance-Palais zum Thema hat. Geradezu überwältigend präsentiert sich das Angebot an barocken Orchestern und es fehlt auch nicht an außergewöhnlichen Projekten: darunter ein Rockmusikabend von Luca Pianca, Steve Reichs „Diffentent trains“ mit dem furios musizierenden Kronos Quartet oder der Beginn einer Aufführungsserie der Symphonien des zu Unrecht noch weitgehend unbekannten sibirischen Komponisten Alexander Lokshin.
Noch mehr aufgelegte Karten als 2003 und ein Auslastungsergebnis von mehr als 90% sind deutliche Zeichen für den anhaltenden Erfolg des Festivals.

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Cavalieris Rappresentatione di Anima e di Corpo: Jordi Savall und Freunde

Zum Thema 2004

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Magazin 1 / 2004

Magazin 2 / 2004

2005

 

Die styriarte 2005 unter dem Motto „Sinnlich“ startet mit einer in der internationalen Presse bejubelten szenischen Opernproduktion: Nikolaus Harnoncourt und Andrea Breth bringen Bizets Carmen auf die Bühne der Helmut-List-Halle. Nora Gubisch und Kurt Streit in den Hauptrollen erregen ebenso Aufsehen wie die Solisten in der zweiten Harnoncourt’schen Opernproduktion der styriarte 2005: Patricia Petibon, Werner Güra, Michael Schade und Christian Gerhaher werden in der konzertanten Aufführung von Haydns Orlando Paladino vom Concentus Musicus Wien brillant begleitet. Nikolaus Harnoncourt präsentiert außerdem zwei weitere schillernde Männergestalten: Egmont in Beethovens Schauspielmusik und den reuigen David in Mozarts Kantate Davidde penitente.
Einen Schwerpunkt der diesjährigen styriarte bilden sinnliche mediterrane Panoramen, in denen etwa die Familie Savall spanischen Folias nachspürt, oder Il Giardino Armonico und La Venexiana Werke von Vivaldi und Monteverdi präsentieren.
„Sinnlich“ ist auch wortwörtlich zu verstehen – das Publikum der styriarte 2005 feiert, begleitet von Gaumenfreuden der besonderen Art, Feste mit Händel und Rossini, begleitet Bach ins Kaffeehaus und Orlando di Lasso in den Weinkeller – Weindegustation im südsteirischen Schloss Gleinstätten inklusive.
Den fulminanten Schlusspunkt des Festivals bildet einmal mehr Jordi Savall - 2005 mit Bachs h-moll-Messe in der barocken Stiftskirche von Pöllau.
Dazwischen liegen zahlreiche Konzerte, die das Publikum auf den sinnlichen Pfaden vom Mittelalter bis zur Gegenwart wandeln lassen – geleitet von treuen „Stammkünstlern“ wie Pierre-Laurent Aimard, Markus Schirmer, Armonico Tributo Austria und vielen anderen.
Für die 38 Produktionen dieses Jahres, die in 52 Vorstellungen präsentiert wurden, waren rund 33.000 Karten aufgelegt, von denen mehr als 30.000 verkauft wurden, was zu einer Auslastung jenseits der 90%-Marke führte (Kartenertrag: 1.300.000 EURO).

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Bizets Carmen: Nora Gubisch in der Hauptrolle

Zum Thema 2005

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Magazin 1 / 2005

Magazin 2 / 2005

2006

 

Im Mozartjahr 2006 erhält bei der „Endlich glücklich“en styriarte ein zweiter Jahresregent große Bühne: Robert Schumann. Seiner monumental-großartigen „Faust-Szenen“ nimmt sich Nikolaus Harnoncourt an und gestaltet „mit dem Chamber Orchestra of Europe, dessen spannungsgeladenes, fein differenziertes Spiel zwischen sanfter Idylle und drastischer Dramatik changiert“ (Ernst Naredi-Rainer, Kleine Zeitung) „ein feinnerviges Seelengemälde in schillernden Farben“ (Martin Gasser, Kronen Zeitung). Als großer Glücksgriff entpuppt sich der den Faust „mit stupender Artikulationskultur und Stimmqualität“ (Peter Stalder, Der Standard) gebende Bariton Christian Gerhaher. Harnoncourts zweites Projekt in diesem Jahr in der barocken Stainzer Kirche widmet sich dem nachirdischen Glück in zwei Kantaten J. S. Bachs. Der Concentus Musicus Wien „fasziniert mit subtilen Farbnuancen, pulsierender Lebendigkeit, tänzerischem Elan, sensibler Klangschönheit und virtuosen Soli.“ (Ernst Naredi-Rainer, Kleine Zeitung)
Einigen Komponisten folgt die styriarte an Orte, wo sie ihr Glück fanden: Mozart nach Prag, Chopin auf Mallorca, Haydn nach London oder Schubert ins Schilcherland. Die Glücksgöttin „Fortuna“ findet sich im Programm wieder (Elisabeth von Magnus belebt Songs von Gershwin, Berlin und Porter; Mozart, der Spieler, wird von Eszter Haffner porträtiert), das Glück von Hochzeitern (jüdischen mit David Orlowskys Klezmorim und habsburgischen mit Lorenz Duftschmid) aber auch die große Liebe. Pierre-Laurent Aimard beschert mit Poesie, Witz und Sensibilität in Klaviermusik-Kinderzyklen „Glückes genug“ und holt zum zweiten Streich aus: er präsentiert wieder zwei Klavierkonzerte Mozarts als Pianist und Dirigent des Chamber Orchestra of Europe in Personalunion. Dem österreichisch-ungarischen Komponisten Iván Eröd widmet die styriarte zum 70er eine Personale.
Jordi Savall kommt mit drei Projekten im Gepäck und beschließt auch das heurige Festival: mit einer fulminanten musikalischen Spurensuche in Cervantes‘ Don Quijote, inniger und gleichzeitig freudiger Pilgermusik vom Jakobsweg und zum festlichen Ausklang mit Joseph Haydns Hit, den „Jahreszeiten“.
Die Auslastung der styriarte 2006 lag bei 86%, angesichts der Konkurrenz aus Fußball WM und Salzburger Medienhype um Mozart ein achtbares Ergebnis.

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Pierre-Laurent Aimard

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2007

 

Für vier Wochen und in 40 Konzerten lud die styriarte 2007 auf die Suche nach Europa ein. Und ihr Publikum folgte enthusiastisch, so dass von einem außergewöhnlichen Erfolg des Festivals gesprochen werden kann. Wobei uns besonders freut, mit welch großem Interesse Besucher wie Künstler die Fragen nach der Geschichte, dem Wesen und der Zukunft einer verbindenden europäischen Kultur aufgriffen, reflektierten, diskutierten und lebten. Hier kann von Europamüdigkeit nicht die Rede sein, ganz im Gegenteil: das vitale Interesse an einer gemeinsamen kulturellen Basis bildete ein Band, das alle Veranstaltungen verknüpfte und darüber hinaus spürbar auch die Besucher beschäftigte und faszinierte.
Nun waren die musikalischen europäischen Positionen auch von denkbar starken Fürsprechern vertreten. Nikolaus Harnoncourts künstlerische Konzentration auf die styriarte zeitigt überwältigende Ergebnisse. Sein Einsatz für Beethovens einziges Oratorium „Christus am Ölberge“ mit dem „Concentus Musicus Wien“ war Offenbarung und längst fällige Revision kaum überprüfter musikwissenschaftlicher Vorurteile. Seine Interpretation von Haydns „Jahreszeiten“ war – auch nach styriarte-Maßstäben – eine selten erlebte Sternstunde musikantischer Deutungskraft. Und der Eröffnungsabend mit Beethovens Messe C-Dur und der Symphonie Nr. 5 mit dem „Chamber Orchestra of Europe“ wurde zu Recht als furioser Höhepunkt von Harnoncourts jahrzehntelanger Beethoven-Deutung empfunden. Nicht zuletzt auch, weil es durch die ORF-Klangwolke gelang, Zuschauer und Zuhörerinnen auch außerhalb der Konzertsäle zu erreichen und zu begeistern.
Apropos Zuschauerbeteiligung: dass die Öffnung des Angebots und die Beteiligung von großen Zuschauerzahlen keineswegs auf Kosten der künstlerischen Qualität gehen muss, hat die styriarte 2007 wie in keinem Jahr zuvor bewiesen. Die Klangwolke erreichte die ganze Steiermark und über eine Fernsehdokumentation die Zuschauer von ORF und 3sat über die nationalen Grenzen hinaus. Der „European Song Contest“ wurde durch die Beteiligung der Radio-Steiermark-Hörer zu einem interaktiven Ereignis. Und zahlreiche Konzerte und Ausflüge trugen die styriarte ins Land hinein, so nach St. Lambrecht, Pöllau, Gleinstätten und Stübing.
Thematisch besonders wichtig waren 2007 die styriarte-Erkundungen über Kultur an den Rändern Europas und in der Tiefe der Geschichte. Die Projekte von Vladimir Ivanoff und seinem Ensemble Sarband zeigten beeindruckend, dass die Türkei eine europäische Basis hat. Und die Serie mit rarer europäischer Musik von der Rekonstruktion altgriechischer Klänge über die Musik der Wikinger bis hin zur „Musik der Ureinwohner“ eröffnete bisher unerhörte Erkenntnisräume und wurde von den Besuchern begeistert angenommen.
Als schließlich am 22. Juli drei Chöre, Solisten und recreation - GROSSES ORCHESTER GRAZ unter Andrés Orozco-Estrada auf der restlos ausverkauften Grazer Kasemattenbühne das Finale von Beethovens Symphonie Nr. 9 – die offizielle „Europa-Hymne“ – anstimmten, ging ein von Aufbruchsstimmung geprägtes Festival zu Ende, dessen kulturelle Botschaften weiter diskutiert werden, weit über die vier Wochen styriarte 2007 hinaus.
Für die 40 Vorstellungen der styriarte 2007 wurden rund 28.000 Karten aufgelegt und rund 26.000 Besucher gezählt, was einer durchschnittlichen Auslastung von 93% entspricht. 15 Produktionen der styriarte 2007, darunter alle Projekte von Nikolaus Harnoncourt, wurden vom ORF aufgezeichnet und trugen und tragen die Ereignisse dieses Festivals über die Stationen der EBU in die Welt. Mit sechs gewichtigen Vorstellungen ging die styriarte 2007 auf’s Land, darunter erstmals auf unseren „ausgedehntesten“ Spielplatz, das Museumsdorf in Stübing.

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Nikolaus Harnoncourt und Beethoven in der Helmut-List-Halle

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2008

 

„Alles fließt“ - und am Ende der styriarte 2008 darf man konstatieren, dass wirklich unglaublich viele Menschen mitgerissen wurden von der Kraft der Musik, von der Idee des Festivals und von den Aufführungen, die einen Monat lang die Steiermark unter Hochspannung setzten. Dieses Festival zum Thema „Wasser“ hat neue Maßstäbe gesetzt, das bestätigen auch diejenigen, die schon lange die an Höhepunkten nicht gerade arme Geschichte der styriarte verfolgten. Maßstäbe an programmatischer Durchdringung der einzelnen Konzerte, Maßstäbe in der gedanklichen Zusammenführung der einzelnen Programme zu einem Ganzen und vor allem Maßstäbe in der herausragenden Qualität der Produktionen.

Das liegt zu allererst an jenem „Jahrhundertereignis“ (Frankfurter Rundschau), das Nikolaus Harnoncourt so besonders am Herzen liegt, und das Thema und Geist des heurigen Festivals vorgegeben und geprägt hat. Mozarts „Idomeneo“ endlich so auf die Bühne zu bringen, wie es der Komponist bei der Uraufführung vorgehabt hat, war Nikolaus Harnoncourts Anliegen. Dafür hat er selbst einmaligerweise auch auf dem Regiestuhl Platz genommen und mit Unterstützung eines sensationellen Teams erreicht, was er sich vorgenommen hatte: eine Inszenierung von Mozarts großer Oper ganz aus dem Geist der Musik zu schaffen. In der Rezeptionsgeschichte des Werkes eines der größten Komponisten der Welt – wo fast jeder doch dachte, zu ihm sei nun wirklich alles erzählt, alles getan worden – ist dadurch ein neues Kapitel aufgeschlagen worden. Und die Verwirrung einiger in Konventionen der jüngeren Vergangenheit erstarrter Kritiker, die Musiktheater tatsächlich vom Sprechtheater her denken, bestätigt erst recht den revolutionären Ansatz dieses Konzeptes, in dem nichts „passiert“ ist, sondern jeder einzelne Moment so und nicht anders „gewollt“ war. Musiktheaterregie heißt für Nikolaus Harnoncourt zuerst, Musik zu ermöglichen. Und wer das gehört und gesehen hat, vom unvergleichlichen Klang des Concentus Musicus über die in jeder Rolle ideal auf Weltniveau besetzten Solisten und den Arnold Schönberg Chor bis hin zur unverzichtbaren Züricher Ballettcompagnie von Heinz Spoerli, der wird „Idomeneo“ nie mehr für eine Oper von zweitem Rang halten.

Und wie schön es ist, wenn ein notwendigerweise räumlich begrenztes musikalisches Weltereignis plötzlich Allgemeingut werden kann, zeigte die neue ORF-Klangwolke mit Mozarts Krönungsmesse unter Nikolaus Harnoncourt aus Stainz. „Public Viewing“ ist ja vor allem durch Sportereignisse in aller Munde. Doch die Kultur holt glücklicherweise auf. Was die Metropolitan Opera in New York als Vorreiter eingeführt, die Bayreuther Festspiele heuer erstmalig versuchen, steht bei der styriarte in voller Blüte. Großleinwände im ganzen Land transportierten Nikolaus Harnoncourts zweite Mozart-Exegese ganz unmittelbar zu jedermann, der nicht in der ausverkauften Pfarrkirche dabeisein konnte. Und überhaupt war das niedrigschwellige Angebot für alle, die noch Klassikfans werden wollen, wieder ein besonderes Anliegen der styriarte. Sowohl das Eröffnungskonzert auf dem Hauptplatz mit den riesig besetzten orchestralen Meeresmusiken und recreation - GROSSES ORCHESTER GRAZ als auch die avancierte Uraufführung von Christian F. Schillers musikalischer Aktion „flussleere“ unter der Murbrücke zum Festivalausklang waren kostenlos zu besuchen. Und von „Am Brunnen vor dem Tore“ in Schloss Ottersbach bis hin zum „Jungbrunnen“ in Bad Gleichenberg in Zusammenarbeit mit dem Festival „regionale08“ erkundete die styriarte auch heuer wieder die Regionen der Steiermark abseits der Metropole.

Besonderes wichtig war der styriarte heuer die Ausweitung des thematischen Horizontes durch Literatur. Von Maximilian Schell über Tobias Moretti, von Robert Stadlober bis Fritz Muliar war eine Garde der österreichischen Schauspieler nach Graz gekommen, um die Tiefen und Untiefen des Wassers und der Meere zu erkunden. Die „Langen Nächte des Meeres“ entwarfen eine Kulturgeschichte des Wassers von den Urmythen unserer Zivilisation bis hin zu den frühen ökologischen Phantasien gegen Umweltverschmutzung und Zerstörung des Lebensraums Ozean. Und noch nie boten so viele Konzerte Texte an, um das Verstehen zu erweitern: ob nun die tragischen Geschichten von Lady Hamilton oder vom Untergang der Titanic, ob Donna Leons Venedig-Versenkungen oder die großen kulturgeschichtlichen Erfahrungen wie die Reisen des chinesischen Admirals Zheng He oder die Entstehung der Filmmusik aus dem Geist der Klassik und des Seeräuberfilms im Mittelpunkt standen.

Die styriarte will überraschen, will unkonventionelle Ansichten auf unser Leben ermöglichen, aber sie will auch auf dem höchsten Niveau unterhalten. Dafür stach in der zweiten Festivalhälfte die S.M.S. styriarte in See, und hatte neben den beliebten styriarte-Stammgästen wie dem Ensemble Sarband unter dem musikalischen Weltenerkunder Vladimir Ivanoff den neuen virtuos-funkelnden Barockstars von „I Barrocchisti“ unter Diego Fasolis und den innigen Musikern um Bariton Wolfgang Holzmair auch jenen Kapitän an Bord, der seit Jahren einen fulminanten styriarte-Abschluss garantiert. Jordi Savall und Hespèrion XXI entwarfen ein Panorama der Musik der Kulturen des Mittelmeerraumes und brachten damit noch einmal auf den Punkt, was die gesamte styriarte ausmacht: die alte Musik ist weder alt noch vergessen. Sie führt an die Wurzeln unserer Kultur. Und diese müssen wir kennen, um in der Gegenwart angemessen und rücksichtsvoll leben zu können. Gemeinsam mit Menschen, die uns fremd scheinen, und in einer Natur, die gerade auch in Bezug auf das Wasser Gefahren bereithält. Und darüber sprechen die Menschen vergangener Zeiten zu uns, lassen uns in ihrer Kunst an ihren Erfahrungen und an ihren Ideen teilhaben. Wir wären töricht, nicht auf sie zu hören.

Die styriarte 2008 erreichte mehr als 30.000 Besucher und damit wie üblich eine Auslastung klar über 90%. Mit einem Bruttokartenertrag von EUR 1.310.000 wurden planmäßig die höchsten Karteneinnahmen seit jeher erreicht.

15 Projekte der styriarte 2008 wurden vom ORF-Hörfunk aufgezeichnet bzw. direkt übertragen und in den EBU-Raum weiterverbreitet. Der ORF produzierte eine filmische Dokumentation der Klangwolke und eine Probendokumentation des Idomeneo (Felix Breisach). Die styriarte selbst hat den Idomeneo filmisch in HDTV-Qualität konservieren lassen – auch von Felix Breisach – und bereitet eine weitere Verwendung des Materials vor.

Land Steiermark und Stadt Graz setzten ihre speziellen Förderungen in der Spitze (Idomeneo) und in der Breite (Klangwolke) ein. Die Grazer Wechselseitige Versicherung engagierte sich als Opernsponsor, die Raiffeisen Landesbank als Haupt- und Opernsponsor der styriarte 2008, und alle zusammen ermöglichten damit dieses ehrgeizige Opernprojekt.

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Saimir Pirgu als Idomeneo (c) Werner Kmetitsch

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2009

 

Als das Programm für die styriarte 2009 entstand, konnte noch niemand ahnen, wie sehr die Wahl Barack Obamas zum amerikanischen Präsidenten die Hoffnungen der Welt beflügeln würde. Unversehens entwickelte sich das Musikfestival zu einer Art künstlerischem Kommentar zu diesem Ereignis, der weit über einen rein musikalischen Rahmen hinaus die Gesellschaft als Ganzes in den Blick nahm. Das verwundert allerdings aus zweierlei Gründen nicht: zum einen, weil das Thema der Verantwortung des Künstlers für die menschliche Würde ohnehin den Anspruch fundamental formulierte, zum anderen, weil Nikolaus Harnoncourts Beschäftigung mit George Gershwins American Folk Opera „Porgy and Bess“ die Frage nach der Gleichheit aller Menschen der Hautfarbe zum Trotz – und damit die amerikanische Geschichte, die Weltgeschichte ist – ganz offensichtlich ansprach.

Mit „Porgy and Bess“ zeigte die styriarte endgültig, dass sie für Nikolaus Harnoncourt der Ort der erfüllten Lebenswünsche ist. In diesem besonderen Fall hat es über 70 Jahre gedauert, bis er realisiert werden konnte, und wieder hat der Maestro nicht nur die Fachwelt, sondern sein gesamtes Publikum überrascht und in Staunen versetzt. Sein „Porgy and Bess“ wurde zu einer aufführungsgeschichtlichen Sensation, nur vergleichbar mit ähnlichen Pioniertaten Harnoncourts aus der Geschichte der styriarte wie die leidenschaftlichen Neudeutungen von Schumanns „Genoveva“ oder Mozarts „Idomeneo“. Im Fall Gershwin betraf das jenes eindringliche Plädoyer für die Ernsthaftigkeit von Gershwins musikalischem Ansatz, die den Komponisten weit weg vom Musical in die Nähe von Alban Berg und der europäischen Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts stellt. Nie zuvor ist der strukturelle, der avantgardistische, der analytische Gershwin nach dessen Tod so ernst genommen, so herauspräpariert worden – exemplarisch sei das an der erstmals wieder einfügten „Symphony of noise“ nachgewiesen, eine „Musique concrète“ wie von den Avantgardisten um Marinetti erdacht. Doch auch das andere Fundament der Oper, jene authentischen Klänge der afroamerikanischen Gullah-Kultur, die Gershwin in begeisterten Ortsstudien selbst aufzeichnete, wurde von Nikolaus Harnoncourt in bisher unerhörter Weise aufgeführt. Von originalen afrikanischen Trommeln bis hin zu den Shouts der Händler tat Nikolaus Harnoncourt alles, um der ursprünglichen Intention der Autoren zu neuem Recht zu verhelfen: Über die Mittel der Kunst, Menschen Sprache und Achtung zu verleihen, die am Rande der Gesellschaft leben. Und über das Ernstnehmen der volkstümlichen Kunst die Menschen ernst zu nehmen.

Genau diesen Weg beschritt auch die styriarte 2009, indem sie so viel originale volkstümliche Musik wie nie zuvor präsentierte und damit die Genregrenzen immer wieder sprengte. Als Sensation kann dabei der überhaupt erst zweite europäische Auftritt von Sharde Thomas und der „Rising Star Fife and Drum Band“ gelten, jener einzig verbliebenen afroamerikanischen Formation, die in ungebrochener familiärer Tradition den originalen Blues der Südstaaten spielt. Und überhaupt bezauberte das „Folk Fest Stübing“ durch einen jener raren, magischen Momente, in der Musik viel mehr als Kunstfertigkeit ist: als alle Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Winkeln der Erde über ein Thema aus Dvoráks Sinfonie „Aus der neuen Welt“ improvisierten. Aber auch die sensationelle Banda aus Apulien, Jordi Savalls Zeitreisen zur ursprünglichen Musik der Schotten und Iren oder seine eindringliche musikalische Predigt über die Friedensstadt Jerusalem mit jüdischen, muslimischen und christlichen Musikern bewiesen, dass menschliche Identität und Multikulturalität auch und gerade in der Volksmusik zu finden ist.

Besonders herauszuheben ist an der styriarte 2009 außerdem die Vielzahl an ungewöhnlichen theatralen Formen. Den gewichtigsten Akzent setzte dabei wieder Nikolaus Harnoncourt, der unterstützt von seinem Sohn Philipp, „Porgy and Bess“ aus einer konzertanten Aufführung herausführte in szenische Dimensionen, für die es eigentlich noch keine wirklich passende Bezeichnung gibt, die aber auf die Spielfreude und das Können der Akteure setzt und ihnen Räume schafft, auch bildhaft anzudeuten, was die Musik erzählt. Und ob Purcells „King Arthur“ unter Hermann Max und Thomas Höft, das „Ordo virtutum“ der Hildegard von Bingen mit Ars Choralis Coeln, Haydns „Il mondo della luna“ für Kinder von Johanna von der Deken bearbeitet oder Rousseaus „Le devin du village“ mit dem hinreißenden Komiker Adrián Schvarzstein – noch nie hat eine styriarte die Möglichkeiten szenischen Arbeitens so weidlich und unkonventionell genutzt wie 2009.

Aber auch das Kerngeschäft der styriarte, das klassische Konzert, wartete 2009 mit zahlreichen Höhepunkten auf. Wieder an der Spitze: Nikolaus Harnoncourt mit einer sensationellen Deutung von Händels spätem Oratorium „Jephtha“. Eine Traumbesetzung an Vokalsolisten, angeführt vom überragenden Tenor Kurt Streit in der Titelpartie, der Arnold Schoenberg Chor in Hochform und der unvergleichlich vitale Concentus Musicus Wien hielten ein Plädoyer für Händels humanistisches Meisterwerk. Doch auch die ganz junge Musikergeneration beeindruckte in Graz: allen voran das österreichische Vokalensemble Cinquecento mit einem tief durchdrungenen Josquin-Programm, das hochvirtuose Tecchler Trio mit seinem eindringlichen „À la mémoire“-Programm und die italienische Hammerflügelvirtuosin Stefania Neonato mit einer umjubelten Haydnmatinee.

A propos Haydn: Die Beschäftigung mit den Jahresregenten 2009 – Purcell, Händel, Haydn und Mendelssohn-Bartholdy – war schon deshalb glücklich, weil alle vier Grundsätzliches geleistet haben, wenn es um die Beförderung der Menschenwürde durch die Kunst geht. Und die styriarte widmete allen herausgehobene Programmschwerpunkte mit den „Festen für...“. Nicht so betitelt und dennoch ein Fest gelang wiederum Nikolaus Harnoncourt mit seinem Stainzer Händelprogramm. Der Maestro absolvierte damit insgesamt neun herausragende Abende in dieser Saison, und war darüber hinaus durch die ORF-Klangwolke in der gesamten Steiermark auch wieder bei freiem Eintritt in spektakulärer Naturkulisse und an zahlreichen ungewöhnlichen Orten zu erleben.

Die styriarte 2009 in Zahlen

Das styriarte Budget 2009 konnte im geplanten Volumen von 3,5 Mio Euro ausgeglichen realisiert werden, wovon 1,5 Mio Euro aus Karten und Sponsoreinnahmen, sowie 2 Mio Euro aus Finanzierungsbeiträgen der öffentlichen Hand (Land Steiermark, Stadt Graz, Bund/Kunstministerium, EU Programm „Kultur“) kommen.
Ziemlich genau 30.000 Abnehmer der rund 33.000 verfügbaren Karten der styriarte 2009 bescherten dem Festival wieder eine Auslastung von über 90%.
Ungezählte Besucher der Übertragungen im Rahmen der Porgy-Klangwolke am 13. Juli konnten darüber hinaus am Festival indirekt teilnehmen.
15 Produktionen der Festspiele wurden vom Radio mitgeschnitten und in die Welt gesendet, wobei die styriarte 2009 das begehrteste Festival im Rahmen des „EURO RADIO Sommerfestival“ war, mit sechs von insgesamt 18 österreichischen Beiträgen im Sommer 2009.

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(c) Werner Kmetitsch

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2010

 

Zum 25. Geburtstag wählte sich die styriarte ein Thema, das sich mit den Mitteln der Musik auf die Suche nach dem ganz Eigenen machte. „Heimat, bist du …“ postulierte das Festival mit Paula von Preradović als Motto, und rund 50 Veranstaltungen füllten die offenen Stellen hinter dem Zitat mit den unterschiedlichsten Anschauungen und Bildern von Österreich. Um am Ende kein einheitliches Bild, sondern vielmehr ein Kaleidoskop von Anschauungen entworfen zu haben, das der heimlichen, humorvoll-ironischen Grundmelodie dieses Festivals, Ernst Kreneks Satz aus seinem „Reisebuch in die österreichischen Alpen“, sehr nahe kommt: „Unglaube gegen uns selbst ist zutiefst in uns verwurzelt, was anderen selbstverständlich, ist uns Problem.“ Allerdings ein Problem, das immer wieder besprochen und besungen werden kann, denn was Österreich wirklich ist, darauf gibt es so viele Antworten wie Menschen, die zu antworten versucht haben.

Die Ambivalenz des Festivalmottos mag am besten darin beschrieben sein, dass das titelgebende Hauptstück, Smetanas „Má vlast“, ein dezidiert antiösterreichisches Stück ist, konzipiert als klingendes nationales Erweckungsopus der Tschechen, die sich von fremder Oberhoheit endlich emanzipieren wollten. Nikolaus Harnoncourt legte in seiner exemplarischen Deutung mit dem Chamber Orchestra of Europe das Wesen des in seiner Gesamtheit raren und selten zu hörenden Zyklus‘ offen. So populär die „Moldau“ auch sein mag, nichts ist in diesem gewaltigen Stück harmlos, nichts idyllisch. Alles hingegen Aufruhr und politische Dramatik, in denen slawische Wildheit und Ursprünglichkeit als Qualität gegen westliche Hegemonie gestellt wird. So wenig illusionär und so drastisch ernst hat man den Orchesterzyklus wohl selten gehört.

Aber auch ganz an den eigenen österreichischen Wurzeln leistete Nikolaus Harnoncourt Erkenntnisarbeit. Haydns „Schöpfung“, in einer sensationellen Wunschbesetzung an Sängersolisten sowie mit dem Arnold Schoenberg Chor und dem Concentus Musicus Wien erarbeitet, entpuppte sich als aufgeklärte Großtat eines gläubigen Vernunftmenschen, der moderne Wissenschaft und Fragen nach den ersten und letzten Dingen in genialen Einklang zu bringen vermochte. So weit Harnoncourts Haydn vom üblichen Gemütston entfernt ist, so befreiend blickt er auch auf Mozarts angebliche „spielerische Leichtigkeit“, indem er dessen „Exsultate, jubilate“ zu einer Offenbarung der Innerlichkeit formte. Zusammen mit der c-Moll-Messe war das heurige Programm in der Stainzer Kirche durchglüht von der Passion, den wahren, den echten Mozart zu zeigen. Den Komponisten, den sicher alle Welt mit der Heimat Österreich assoziiert und über den dennoch soviel Neues zu sagen ist – wie das Hörbarmachen des ganz persönlichen Bezugs von Mozarts c-Moll-Messe im Spannungsfeld zwischen Geburt und Tod seines ersten Kindes. Nikolaus Harnoncourt – im Prinzip skeptisch gegen die Verknüpfung von Künstlerbiographie und Werk – legte hier offen, warum die Messe gar nicht so fragmentarisch ist, wie eigentlich angenommen.

Heimat – das ist für Österreich immer auch die Frage nach Zentrum und Peripherie, nach Weltreich und Nachkriegsrealität. Der Balkan und der Vielvölkerstaat waren dabei natürlich im Fokus der Aufmerksamkeit – und eines der aufregendsten Erlebnisse bescherte dem styriarte-Publikum wieder einmal der Ausnahmepianist Pierre-Laurent Aimard mit seiner pianistischen Spurensuche um Bartók und die Folgen. In ihrem „Heimatsaal“ folgte die styriarte den Spuren vergessener oder verborgener Schätze – Miriam Anderséns aufregende Rekonstruktion der Musik von Walther von der Vogelweide führte an den Hof der Babenberger, Sarband und Vladimir Ivanoff erzählten von den Beobachtungen, die der türkische Reisende Evliya Celebi in Wien 1665 machte, und Elisabeth Orth las das ergreifende Kriegstagebuch Paula von Preradovićs, das ganz nah an die Geburtsstunde des neuen Österreich führt. Ein neues Österreich, das heuer in der styriarte vielfach klingen konnte, von der echten Volksmusik auf der Landpartie ins Museumsdorfes Stübing bis zu Christian Muthspiels Performance zu Jandl, von Sandy Lopicics Balkanjazz bis zu Berndt Luefs Robert-Stolz-Traditionals, von den Schubertparaphrasen der Wiener Clarinet Connection bis hin zu Thomas Bernhards bissigen „Meine Preise“, rezitiert von Peter Simonischek.

Das alte Österreich kam dagegen in einer ganzen Reihe von komponierenden Habsburgerkaisern zu Wort und deren Hofkomponisten, von denen Johann Joseph Fux heuer die herausragende Stellung einnahm, steht das Jahr doch ganz im Zeichen von dessen 350. Geburtstag. Die styriarte sah es als ihre genuine Aufgabe an, den immer noch verkannten, den als schwierig verrufenen Fux als Sohn der Steiermark ins musikalische Bewusstsein zu rufen. Im „Fest für Fux“ gab es veritable Entdeckungen zu machen, als in zahlreichen Programmen nicht nur der Kirchenmusiker, sondern auch der Unterhaltungskomponist Fux aufscheinen konnte. Seine mitreißenden Ballette ertönten im Programm „Wien 1683“ und seine virtuose Konzertmusik fand im belgischen Ensemble b’rock beredte Fürsprecher. Jordi Savall, eine aufsehenerregende Solistenschar, der Arnold Schoenberg Chor und Le Concert des Nations war das größte Projekt des Fuxjahres überantwortet, die Aufführung der Oper „Orfeo ed Euridice“ in der Inszenierung von Thomas Höft. Hier wurde nicht nur eine Lanze für den Melodiker Fux gebrochen, sondern ein überaus lohnendes Werk ins große Rampenlicht gestellt.

Die Neuentdeckungen der styriarte waren der Dirigent Oswald Sallaberger, der als Einspringer mit Kreneks Reisebuch „ausreiste, die Heimat zu entdecken“, zusammen mit recreation-Großes Orchester Graz und dem hinreißenden Sänger und Österreichexegeten Wolfgang Holzmair. Dazu das famose, bejubelte belgische Barockorchester b’rock und vor allen anderen die mit Ovationen bedachte Sängerin der Proserpina in Fux’ „Orfeo“, Roberta Mameli. Und mit ganz jungen Musikern ging die styriarte urkomisch zu Ende, in einer Koproduktion mit der Kunstuniversität Graz zeigten junge Gesangsstudenten ihr komödiantisches Talent in Monteverdis Achtem Madrigalbuch in der brillanten Regie des Commedia dell’Arte Virtuosen Adrián Schvarzstein.

Die styriarte 2010 in Zahlen

Der Budgetrahmen der styriarte 2010 betrug EUR 2,8 Mio., wovon 1,3 Mio. aus Karten- & Sponsoreinnahmen und 1, 5 Mio. aus Finanzbeiträgen der öffentlichen Hand, insbesondere dem Land Steiermark und der Stadt Graz kommen. Die styriarte 2010 erfreute fast 30.000 Besucher und erreichte so wieder einen Auslastungsgrad von über 90%.

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2011

 

„Lange hat es gedauert, nun ist sie endlich uraufgeführt worden: Bedřich Smetanas ‚Verkaufte Braut‘ auf Deutsch“ – so begeisterte sich nicht nur die deutsche Tageszeitung „Die Welt“. Tatsächlich entpuppte sich das zentrale Stück der 26. styriarte als veritable Sensation: Dirigent Nikolaus Harnoncourt, Regisseur Philipp Harnoncourt, das festspielwürdige Solistenensemble um Dorothea Röschmann, Kurt Streit, Ruben Drole und Markus Schäfer, das Chamber Orchestra of Europe und der Arnold Schoenberg Chor zeigten zum ersten Mal Smetanas „Verkaufte Braut“ mit dem vom Komponisten beauftragten deutschen Libretto von Emanuel Züngel. Tatsächlich eine Uraufführung, denn die von Smetana eigenhändig in die Partitur seines Werkes eingetragene und dem deutschen Idiom auch kompositorisch angepasste Version war als internationale Fassung seines späteren Welterfolges gedacht. Aber sie wurde nie aufgeführt und blieb unbeachtet, bis die styriarte sie nun ans hochverdiente Licht der Öffentlichkeit hob.

Die sozialkritische Doppelbödigkeit des Originals ist in Züngels Übersetzung des Librettos Wort für Wort zu finden. Eine Entdeckung, die Nikolaus Harnoncourt mit seinem leidenschaftlichen Interesse für Smetana auf die Bühne der Helmut-List-Halle brachte, die hier eine historische Jahrmarktsbahn aus den 1920er Jahren war. Und ein sensationeller Erfolg, auch weil nicht nur die Gäste von sechs Vorstellungen am Live-Ereignis teilhaben konnten, sondern über die ORF-Klangwolke zahlreiche Zuschauer auf Videowänden und an Klangstationen in der ganzen Steiermark dabei waren. Aber auch weltweit waren Millionen Hörer über den Senderverbund der EBU zugeschaltet, der Smetanas „Verkaufte Braut“ live oder als Aufzeichnung in bisher 19 Ländern international ausstrahlte.

Ausgehend von der Komischen Oper Smetanas hatte die styriarte 2011 ein Programm entwickelt, das das Populäre in der Kunst in den Blick nahm. Johann Joseph Fux’ Diktum aus dem „Gradus ad parnassum“, wie schwer es für den Komponisten sei, leicht zu schreiben, ohne den guten Geschmack zu verletzen, gab dabei das Motto vor. Und dem folgten die Besucher des Festivals in Rekordausmaß. (Rund 33.500 Karten von letztlich rund 36.000 angebotenen gingen im Rahmen der styriarte 2011 über den Tisch des styriarte-Kartenbüros). Hintersinnig und manchmal hinterlistig warfen die Künstler des Festivals neue Blicke auf nur scheinbar bekanntes Repertoire. Nikolaus Harnoncourt konfrontierte die späte Surprise-Sinfonie von Joseph Haydn, die nur im deutschen Sprachraum „mit dem Paukenschlag“ heißt, mit den frühen „Tageszeiten“ des jungen Vizekapellmeisters der Fürsten Esterhazy. Ein Ereignis der Sonderklasse auch für die vielen mit Harnoncourts Haydn-Deutungen in der styriarte verwöhnten und schon vertrauten Gäste. Und Nikolaus Harnoncourt entdeckte außerdem für sich selbst zum ersten Male Haydns sogenannte „Caecilienmesse“, die in Wirklichkeit eine „Mariazeller Messe“ ist. Ovationen in der Pfarrkirche Stainz.

Ungewöhnliche Kombinationen gab es auch sonst im Programm: Pierre-Laurent Aimard erstaunte nicht nur mit einer neuen Folge von Mozarts Klavierkonzerten mit dem Chamber Orchestra of Europe, sondern schlug auch sein ganz privates Piano Album auf, in dem Schubert auf Stockhausen stieß. Solisten des Chamber Orchestra of Europe interpretierten Camille Saint-Saens „Carnaval des animaux“, den Thomas Höft mit einer so aktuellen wie poetischen Geschichte verband, der Burgschauspielerin Petra Morzé ihre Stimme verlieh. Und Bachs „Goldbergvariationen“ kamen nicht im barocken Gewand, sondern in der historistischen Fassung von Joseph Rheinberger und Max Reger daher, interpretiert vom famosen Klavierduo Tal & Groethuysen. Carl Orffs popchartverdächtige „Carmina burana“ waren als „soziales Projekt“ zu hören, in dem sich zahlreiche Schul- und Kinderchöre der Steiermark (gut 370 jugendliche SängerInnen) mit dem Orchester recreation unter der Leitung von Oswald Sallaberger zusammentaten.

Aber auch hinaus in die Steiermark reiste die styriarte, um mit großen, wichtigen Projekten live in kulturellen Zentren des Landes zu gastieren. So ließ der Arnold Schoenberg Chor in der Pfarrkirche Pöllau in „Secrets of the Vatican“ blicken, und Jordi Savall besuchte mit internationalen Solisten, Chor und Orchester die Pfarrkirche in Aflenz, um dort Johann Sebastian Bachs h-Moll-Messe zu zelebrieren. Überhaupt boten Konzerte mit historischen Instrumenten und nach aufführungspraktischen Gesichtpunkten einen wichtigen Schwerpunkt des heurigen Festivals. Ob die Hammerflügelvirtuosen Stefania Neonato und Christoph Hammer populäre Hauptstücke des Repertoires auf ihren raren Instrumenten neu zum Klingen brachten, der Lautenist Hopkinson Smith und der Cembalist Stefan Gottfried sich und ihre Zuhörer in Bachs Solowerke vertieften, das Quatuor Mosaïques und das Schuppanzigh-Quartett mit Mozart und Schubert begeisterten oder mit der Neuen Hofkapelle Graz ein ganz junges und mit dem Concentus Musicus Wien, Le Concert des Nations, dem Venice Baroque und dem Harmony of Nations Baroque Orchestra die echten Schwergewichte unter den Barockorchestern am Start waren – immer wieder eröffneten sich völlig unerwartete, ganz frische Sichtweisen auf die bekanntesten Werke der Musikliteratur.

Wem das nicht neu genug war, der konnte mit Jan Gabarek, dem Hilliard-Ensemble und ihrem Improvisationsprojekt „Officium Novum“ in Jazz-Sphären dringen oder sich mit Bertl Mütters „dsudl“ gar akademische Würden in Neuer Musik abholen, in einer Kooperation der styriarte mit dem Doktorandenforum der Kunstuni Graz. Ein Schwerpunkt für 2011 darf aber abschließend keinesfalls vergessen werden: die populäre Musik in ihrem reinen, volkstümlichen Gewand. Dazu mag man den großen, umjubelten italienischen Opernabend mit Startenor Saimir Pirgu und dem Orchester Recreation unter Michael Hofstetter ebenso zählen wie das wegen Zuspruch sogar verdoppelte Konzert von Rudolf Leopolds Acht Cellisten. Geradezu frenetischen Beifall erhielt zudem der Philosoph des Multikulturalismus in der Alten Musik, Jordi Savall, als er gemeinsam mit seinen Ensembles und den mexikanischen Gästen, dem Tembembe Ensamble Continuo, lateinamerikanische Musik des Barock präsentierte. Tanzmusik, die ebenso in die Beine fuhr wie die drei Polka Rallyes, die Smetanas Urthema noch einmal auf ganz andere Weise abhandelten: zum Mittanzen und ganz international, von Tschechien über die Steiermark bis nach Minnesota, USA.

Letzte Ziffern styriarte 2011:

51 Vorstellungen (inkl. der Wiederholungen) zwischen 24. Juni und 24. Juli 2011,

davon 17 Projekte für den Rundfunk aufgezeichnet und teilweise weltweit ausgestrahlt;

3 Projekte wurden wegen großer Nachfrage wiederholt (Yesterday, Träumerei, Tango Sensations);

ca. 36.000 angebotene Plätze, darauf ca. 33.500 Besucher;

Budgetrahmen:

EUR 3,25 Mio, davon öffentliche Finanzierung: EUR 1,46 Mio;

Karten- (1,3) und Sponsoreinnahmen (0,34) und Rücklagen (0,16): EUR 1,8 Mio.

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2012

 

Wie kann das historische Format „Konzert“ für die Gegenwart aktualisiert werden? Wie kann man es so anreichern, dass der Kerngehalt – die Vermittlung großer Werke der Musikgeschichte – nicht aus dem Blickfeld gerät, sondern ebenso zeitgemäß wie unkonventionell erlebbar gemacht wird? Nikolaus Harnoncourt hat schon häufig und deutlich diese Fragen gestellt. Und in der styriarte 2012 war er als Erster und in einer sehr ungewöhnlichen Rolle daran beteiligt, eine Antwort darauf zu geben. In einem ganz neuen Konzertformat, das die traditionelle Art des Musikerlebnisses im Konzert nicht auflöst, sondern durch die Mittel der visuellen Medien und das Wort ergänzt und erweitert. „styriarte Soap“ hieß das ungewöhnliche Konzertexperiment, das insgesamt achtmal einen nahen Blick auf Komponisten und ihr Werk warf, indem es Musik und authentische biographische Dokumente im Wortlaut auf die Bühne brachte.

Durchaus ironisch kann man die „Soaps“ als Kommentar zum heurigen Thema der styriarte verstehen, die sich unter dem Motto „FamilienMenschen“ dem Biographischen in der Musikgeschichte ebenso widmete wie der Familie als Fall für die Kunst an sich. Wenn dann aber im simulierten Fernsehstudio in der Helmut-List-Halle nicht nur wegen des arenaartigen Tribünenaufbaus eine unmittelbare Nähe zwischen Publikum und Akteuren hergestellt wird, sondern über Livekameras auf dem großen Videoschirm auch noch Close-ups zu sehen sind, die ein normales Konzert niemals bieten kann, kommt eine Qualität der Direktheit ins Spiel, die ein ganz neues Konzerterlebnis verspricht. Verbunden mit gespielten, opernhaften Szenen und gesprochenen Texten deutet sich hier ein neues Konzertmodell an, das ausbaufähig ist und von uns in Zukunft weiterentwickelt werden wird.

Zum Erfolg der „Soaps“ trug wesentlich bei, dass neben die Stars der Konzertbühne auch eine ganze Garde von fantastischen Schauspielerinnen und Schauspielern auftrat. Außer Nikolaus Harnoncourt, der aus Briefen von Leopold Mozart las, gab Johannes Silberschneider gleich zweimal einen zwischen Drastik und Melancholie irrlichternden Wolfgang Amadeus Mozart, und der Grazer Jungschauspieler David Rauchenberger war dessen jugendliches Alter Ego; Senta Berger spürte Cosima Wagner nach, Christine Neubauer war Fanny Mendelssohn; Mavie Hörbiger und Michael Maertens berührten mit dem Ehetagebuch von Clara und Robert Schumann; Dominik Maringer enthüllte die private Tragödie von Johann Strauß Sohn und Gabriele Schuchter war schließlich eine berückende Anna Magdalena Bach. Und im Zirkuszelt neben der Helmut-List-Halle lud Thomas Höft zu drei „Kinderseifen“ ein, die voller Humor und ganz auf Augenhöhe mit den kleinen Besuchern die Musik der Familien Bach, Mozart und Mendelssohn erlebbar machten.

Selbstverständlich beschränkte Nikolaus Harnoncourt seinen Einsatz in der styriarte nicht auf Texte. Als Dirigent sorgte er wieder für die beiden großen musikalischen Highlights des heurigen Programms. Zunächst mit Antonin Dvořáks „Stabat mater“, mit dem der Maestro seine Forschungsarbeit auf dem Gebiet der tschechischen Musik bei der styriarte fortsetzte. Wie in Smetanas „Má vlast“ und der „Verkauften Braut“ aus den Vorjahren stand auch hier eine kühne Neudeutung auf dem Plan, für die das Chamber Orchestra of Europe, der Arnold Schoenberg Chor und das herausragende Solistenquartett aus Luba Orgonášová, Elisabeth Kulman, Saimir Pirgu und Ruben Drole kongeniale Partner waren. Ein überwältigender Erfolg bei Publikum und Presse, an dem auch zahllose Zuschauer in der ganzen Steiermark über das Public Viewing der ORF-Klangwolke beteiligt waren, österreichweit in einer Live-Übertragung durch den TV-Kulturkanal ORF III, so wie auch weltweit über die Ausstrahlung der Hörfunkaufzeichnung im Senderverbund der EBU.

Jubelstürme erntete auch Nikolaus Harnoncourts fortgesetzte Entdeckungsreise im Kosmos der Mozartschen Kirchenmusik. In der Pfarrkirche Stainz erklangen diesmal Mozarts Missa longa in C und die Sakramentslitanei KV 243. Der Concentus Musicus Wien und der Arnold Schoenberg Chor deckten unter Maestro Harnoncourt die ganze brodelnde Kreativität und Unkonventionalität des jungen Mozart auf, die auch im scheinbar so streng gesteckten Rahmen der Salzburger Kirchenmusik immer wieder ihre Ventile findet. Dass der Concentus Musicus Wien eine Art Elitebildungsinstitut für österreichische Originalklagensembles ist, war eines der weiteren sehr „familiären“ Erkenntnisse dieser styriarte. Im Ensemble Prisma unter Thomas Fheodoroff, dem Ensemble unter dem Hammerflügelvirtuosen Stefan Gottfried und dem Quatuor Mosaïques waren wunderbare Formationen zu erleben, deren Keimzelle der Concentus Musicus ist. In der Neuen Hofkapelle Graz und recreationBAROCK schlossen sich noch die steirischen Newcomer der Szene an, und Lorenz Duftschmids Armonico Tributo Austria, Marco Vitales Contrasto Armonico und Jordi Savalls Hespèrion XXI rundeten den Kreis der Originalklangensembles dieser styriarte ab.

Vokalmusik in Meisterschaft dominierte viele Konzerte der FamilienMenschen-styriarte. Ob Julla von Landsberg und das Ensemble Santenay der Marienmystik im Mittelalter nachspürte, Vladimir Ivanoff und Sarband die Legenden von Abraham im jüdischen, christlichen und muslimischen Kulturkreis nachzeichnete, der Arnold Schoenberg Chor die Familie Bach besuchte oder mit Pierre-Laurent Aimard Brahms’ „Zigeunerlieder“ interpretierte, ob das Kassiopeia Quintet Gesualdos verstörende Madrigale intonierte oder das Ensemble Cinquecento der Musik der Medicizeit Glanz verlieh – die menschliche Stimme als Leitstern der Musik war in dieser styriarte unverkennbar. In der Instrumentalmusik erwies sich erneut das Orchester recreation als imponierende Stütze großer styriarte-Produktionen, ob unter dem neuen Chefdirigenten Michael Hofstetter oder Andreas Stoehr. Und ob Markus Schirmer, Danjulo Ishizaka, Isabelle Faust, Alexander Melnikov, Teunis van der Zwart, Patricia Kopatchinskaja oder Mihaela Ursuleasa – auch das Kammermusikpodium war mit herausragenden Künstlern besetzt.

Ungewöhnliche, große und spektakuläre Konzertformate hatte die styriarte 2012 nicht nur in den „Soaps“ zu bieten. Das aufwendige, von Thomas Höft inszenierte „Fest zu Eggenberg“ führte die Besucher durch einen wort- und bildgewaltigen Renaissancetraum, im Museumsdorf Stübing trafen sich musizierende Familien aus ganz Europa zu einem volkstümlichen „Sound of Stübing“ und in der Grazer Stadtkrone versammelten sich Künstler und Besucher auf der Suche nach der Familie „Habsburg in Tönen“. Jordi Savall und Hespèrion XXI gestalteten schließlich nicht nur ein überwältigendes musikalisches Panorama der Zeit der Borgias, sondern einen ebenso eindrucksvollen Besuch am Hofe der Tudors. Bei so viel Pracht braucht es ein Gegengewicht, das die styriarte Satyrspiele aufs Schönste lieferten. Im styriarte-Zelt lasen Gregor Seberg, Cornelius Obonya und Wolfram Berger Bissiges bis Bitterböses über die liebe Familie von Wilhelm Busch über Heimito von Doderer bis Oskar Panizza und H. C. Artmann. So schloss sich ein Familienalbum, das durchaus zugleich Platz für die großen Glücksgefühle wie die Abgründe des Familiären bot.

Ein paar Ziffern zur styriarte 2012:

44 Vorstellungen von 40 Produktionen, davon acht SOAPs, drei Kinderseifen, drei Satyrspiele und zwei Programme (sechs Konzerte) unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt.

14 dieser Produktionen wurden vom ORF Hörfunk aufgezeichnet und teilweise weltweit ausgestrahlt. Eine Produktion (Stabat mater) wurde auch vom ORF Fernsehen aufgezeichnet und live auf ORF III bzw. auch als ORF-Klangwolke übertragen.

Aufgelegte Karten: 30.000 / Besucher: rund 27.000 / Auslastung rund 90%.

Das styriarte-Budget 2012 belief sich auf EUR 2,8 Mio., davon EUR 1,45 Mio. Finanzierung seitens der öffentlichen Hand, EUR 1,35 Mio. selbst erwirtschaftete Mittel.

Foto: Werner Kmetitsch

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