< > Sonntag, 27. Juni 2010 20:00 Uhr

Mein Vaterland

Nikolaus Harnoncourt eröffnet die styriarte.

Smetana: Má vlast (Mein Vaterland)
Vyšehrad
Vltava (Die Moldau)
Šárka
Z českých luhů a hájů (Aus Böhmens Hain und Flur)
Tábor
Blaník

Veranstaltungsort: Helmut-List-Halle
Preis: EUR 115 / 92 / 70 / 53 / 21

In ländlicher Abgeschiedenheit, durch Taubheit isoliert, entwarf Smetana seine sechs sinfonischen Dichtungen, die ein einziger Hymnus auf die Heimat sind. Nikolaus Harnoncourt tritt in der styriarte 2010 an, die „Moldau“ und ihre Schwesterwerke neu zu deuten. Im durchsichtigen Klang des Chamber Orchestra of Europe sprudeln die Quellen der Moldau wieder ungetrübt, weicht die Kruste der bombastisch aufgeblähten Spätromantik. Ehrliches Gefühl war es ja, worum es Smetana ging: „Ich bin zur Genüge mit dem Smetanismus beschäftigt, und dieser Stil genügt mir, wenn er nur ehrlich ist!“, meinte der Komponist 1882, als man ihm vorwarf, ein Wagnerianer zu sein. Bewegt schilderte er in seinen leuchtenden Partituren seine schöne Heimat, ihre große Geschichte und ihre wundervollen Landschaften – just in dem Moment, in dem sich die Tschechen von der jahrhundertelangen Bevormundung durch die Österreicher emanzipierten.

Idyllische Landschaften, majestätische Burgen und blutige Schlachten lieferten Smetana den Stoff zu seinem Zyklus: Zum Klang der Harfe besingt der Sänger Lumier den Vyšehrad, die alte böhmische Königsburg bei Prag. Unter ihr strömt im Tal die Moldau vorbei, die sich aus den Flötenklängen ihrer Quellen speist und allmählich zum majestätischen Strom anschwillt. Die Wälder, an denen sie vorüberfließt, sind der Schauplatz des blutigen „Mägdekrieges“: Die Amazonenkönigin Šárka lockt ein Ritterheer in die mörderische Falle. „Gedanken und Gefühle beim Anblick der böhmischen Heimat“ inspirierten Smetana zum lieblichen vierten Stück. Im fünften setzte er den Hussiten ein Denkmal, den Glaubenskämpfern des Jan Hus, die sich in ihrem Zentralort Tábor verschanzten. Im Berg Blaník wartet der Heilige Wenzel mit seinem Ritterheer, bis er seiner Heimat in der größten Bedrängnis beistehen wird.

 

Die Klangwolkenübertragung in Bild und Ton findet am Samstag, 26. Juni um 21.03 Uhr im Radio Steiermark statt.

Die Hörfunkübertragung des Konzertes findet am Sonntag, 04. Juli, um 11.03 Uhr in Ö1 statt.

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