Wolfram Berger
Reading (all roles)
Nein, in eine Schublade passt er nicht rein, dafür ist er zu vielseitig. In eine leicht sperrige Kommode vielleicht, ohne Deckel, eine mit verwirrend vielen Fächern.
Wolfram Berger ist vor allem Schauspieler, aber auch Regisseur, Kabarettist, Sänger, Lautmaler, Wortjongleur und Entertainer. Oder besser gesagt: ein spielerisches Multitalent mit einem Hang zum Schrägen, mit Sinn für Absurditäten und doppelbödigen Humor.
Wolfram Berger, 1945 in Graz geboren, wurde im Anschluss an seine Ausbildung zum Schauspieler direkt ans Grazer Theater engagiert. Es folgte eine internationale Bilderbuchkarriere mit jeweils mehrjährigen Engagements in Basel, Zürich, Stuttgart und Bochum. 1980 sagte er sich vom festen Engagement im Stadttheaterbetrieb los, und schuf als Freischaffender bei Film, Funk und Fernsehen die finanzielle Basis, um seine eigenen Theaterträume zu realisieren. Er inszenierte unter anderem mit der freien Schweizer Theatergruppe m.a.r.i.a. „Klassenfeind“ und „Nach Aschenfeld“ und drehte Filme. Fürs Radio arbeitete er an Hörspielen und als Literatursprecher, im Fernsehen war er der Schweizer Eurocop. In der Hörbücherei liest Wolfram Berger den ganzen „Mann ohne Eigenschaften“ von Robert Musil, „Ich habe den englischen König bedient“ von Bohumil Hrabal, „Himmel, Polt und Hölle“ von Alfred Komarek u. a. Er gründete das Rotta-Theater, dessen erste Produktion „Die Malstunde“ in der Rotationshalle des Zürcher Tagesanzeigers und bei den Wiener Festwochen für Furore sorgte. Er folgte Einladungen zu Festivals wie zum Beispiel zum Theatertreffen Berlin, zu den Berliner Festwochen oder zum Freispiel München. Sein überaus großes Interesse für die unterschiedlichsten Arten von Musik führten zu Begegnungen mit dem Vienna Art Orchestra, der NDR-Big Band, dem Carmina-Quartett, London Baroque, der Sinfonietta Basel oder dem Pianisten Markus Schirmer.
Daneben baute er kontinuierlich seine Kleinkunstprogramme: Christoph Marthaler, Urs Jäggi und Jürg Kienberger und nicht zuletzt Markus Schirmer waren ihm dabei kongeniale Partner.
Für seine Tätigkeit wurde er mehrfach ausgezeichnet, so erhielt er den Kabarettpreis „Salzburger Stier“ (1997), war „Schauspieler des Jahres“ (ORF 2001), erhielt den „Nestroy 2004“ mit dem Kabinetttheater Wien und den Preis der deutschen Schallplattenkritik 2008 und 2010 (für „Verdi“ und „Wölflisches Gejandl“).
