Zur Geschichte des Festivals

„Graz 2003 – Kulturhauptstadt Europa“ – dieses Ereignis wurde von styriarte-Intendant Mathis Huber zum Anlass genommen, der Verbindung zwischen Musik und Religion ein neues Augenmerk zu schenken.

Ein kalendarisches Zusammentreffen besonderer Art fungierte dafür als liturgischer und funktioneller Rahmen. Mit dem Aschermittwoch beginnt traditioneller Weise die Fastenzeit, gleichzeitig fand 2003 aber auch der Neujahrstag des islamischen Jahres 1424 statt. Zehn Tage später feierten die Muslime das Aschura-Fest, das an das Erreichen des Berges Ararat durch Noahs Arche erinnert. Für die Schiiten ist dieser Tag dem Gedenken der Ermordung des Mohammed-Enkels Hussein gewidmet. Der erste Pessachfesttag des jüdischen Jahres 5763 fiel dann auf den Gründonnerstag der evangelischen und katholischen Christen, das Osterfest der Orthodoxie folgte eine Woche später. PSALM 2003 lud dazu ein, diese Feste mitzufeiern, sie in ihrem Glaubensgehalt, ihren faszinierenden Geschichten und ihren ganz eigenen Philosophien kennen zu lernen, v. a. aber durch ihre Musik sowie ihre nicht zuletzt auch kulinarische Genüsse bereithaltenden Traditionen.

PSALM 2003, ein Programmschwerpunkt des Kulturhauptstadtprojekts Graz 2003, sollte jedoch kein einmaliges Experiment bleiben. Das Osterfestival PSALM hört seither jählrich die Zeit um Ostern ab auf alte Gesänge, Traditionen und Erzählungen, die diese Zeit und die Stimmung der Tage zwischen Frühlingsbeginn und Ostern brauchen, um glaubwürdig zum Erlebnis gemacht zu werden.