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Atmet auf, verliebte Herzen!

© Nikola Milatovic

Atmet auf, verliebte Herzen! 

Einmal kann man heute Abend noch eintauchen, in die Welt, die Dirigent Alfredo Bernardini, Regisseur Adrian Schvarzstein und Ausstatterin Lilli Hartmann rund um die Fux-Oper „La Corona d’Arianna“ aus dem Jahr 1726 erschaffen haben. Das gesamte Wochenende über verwandelte sich Schloss Eggenberg samt Park bereits in einen Clubbing-Hotspot im Stil der 1970er. Kaum war man durch die Tore des Schlossparks getreten, befand man sich am anderen Ende des Kaninchenbaus – und ganz wie bei Alice im Wunderland gab es an jeder Ecke was zu staunen. 

Ein Bericht von Katharina Milchrahm.

Party auf Naxos 

Von hypnotisierenden Drehscheiben über leuchtende Wegweiser gab es rund um das Schloss Eggenberg, Spielstätte der Oper Arianna, so einiges zu entdecken. Die Aufmachung dieses Events ist auch das, was die diesjährige Fux-Produktion so besonders macht, erzählt Ausstatterin Lilli Hartmann. „Die Besucher:innen sind zu einer großen Party eingeladen. An verschiedenen Orten im Schloss und Garten gibt es Bars und skulpturale und visuelle Elemente, die als spielerische Einladungen gedacht sind, teilzunehmen und einzutauchen in eine Zeit, ein Erlebnis, das einen für eine Weile fortführt von dem, was man gewohnt ist.“

Richtige Erleichterung verspürte man auch im Innenhof des Schlosses, wo Regisseur und Schauspieler Adrian Schvarzstein in seiner Rolle als Barkeeper die Gäste empfing, mit ihnen scherzte, und glaubhaft machte, dass man sich auf einer echten Party befand und nicht auf den Beginn einer Opernvorstellung wartete.

Adrian Schvarzstein als Barkeeper bei der Styriarte 22
© Nikola Milatovic

Adrian Schvarzstein als Barkeeper in der Fux-Oper "Arianna"

Nach zwei Pandemie-Saisonen Styriarte war diese Losgelöstheit ein willkommenes Geschenk für das Publikum, wohl aber auch für die Künstler:innen selbst, deren Durchatmen vielleicht nicht hörbar, aber definitiv spürbar war. 

Ein Zeichen des Friedens, ein Zeichen des Neubeginns 

Handelt „La Corona d’Arianna“ eigentlich von Liebesirrungen in der griechischen Mythologie auf der Insel Naxos, war man bei dieser Inszenierung Zeug:in vom „Match making” in einem Club der wilden Siebziger. Dirigent und Musiker:innen zogen ein in den Schlosshof mit Jubel, wallenden Haaren und Outfits in den Orange- und Brauntönen der Zeit der Rebellion und Freiheit.

Partystimmung
© Nikola Milatovic

Partystimmung im Club "Naxos" - Arianna bei der Styriarte 22

Laut Regisseur Adrian Schvarzstein ist es auch diese Zeitreise, die das Thema der heurigen Styriarte, „Auf Reisen”, gefinkelt aufgreift. Die wilden Siebziger: passend aus so vielen Gründen. War es die Erleichterung eines Opernabends wie damals, oder die Hoffnung auf politische Entspannung – als sich Bacchus mit langen Haaren beim Schlussapplaus dem Publikum entgegenstreckte, mit seinen Fingern das Peace-Zeichen formend, traf es auf jeden Fall einen Nerv.

Einen Neubeginn läutete auch die Band Sirtaki Mamas ein, die im Anschluss an die Opernvorstellung mit griechischen Hochzeitsliedern einlud, das Leben zu feiern und zu genießen.

Sirtaki Mamas im Park von Eggenberg
© Nikola Milatovic

Sirtaki Mamas im Eggenberger Schlosspark

So schön war das, dass man mit dem Gedanken spielte, für immer im Kaninchenbau zu bleiben …  

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