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Fantastische Weltreise

Styriarte Youth Orchestra
© Nikola Milatovic

Wer auf Reisen geht, muss mit Turbulenzen rechnen! So gehörte unsere „Fantastische Weltreise“ wohl zu den wildesten Abenteuern der Styriarte 22. Angefangen hat dieses turbulente Abenteuer mit der ausufernden Partitur der Symphonie fantastique von Hector Berlioz, die mit den Anmeldungen zu unserem Orchestercamp nicht zu realisieren war. Weiter ging es mit positiven Covid-Tests der Dirigentin Mei-Ann Chen und einigen Musiker:innen. Nachdem unsere Dirigentin dann doch negativ getestet wurde, erreichte das Projekt jedoch seinen Höhepunkt mit einem Programm, das den ursprünglichen Plan mit Leichtigkeit in den Schatten stellte. 

Ein Beitrag von Katharina Milchrahm

Jukebox Mei-Ann Chen 

Mit ihrem weitreichenden Wissen über moderne Musik hat die Dirigentin des Styriarte Youth Orchestra in Windeseile ein Programm auf die Beine gestellt, das von Österreich über Italien und Indien bis nach Mexiko und die USA reichte und unser Publikum in Staunen versetzte. Atemberaubend war die Energie, die Mei-Ann Chen ihrem Orchester entlockte.

Mei-Ann Chen dirigiert das Styriarte Youth Orchestra
© Nikola Milatovic

Mei-Ann Chen dirigiert das Styriarte Youth Orchestra

Mit Jennifer Higdon startete das Orchester in das Konzert und wählte somit die USA als Ausgangspunkt der musikalischen Reise. Nach Zwischenstopps in Indien (Reena Esmails „Teen Murti“) und Italien (ein Satz aus Ottorino Respighis Suite 1 aus den „Antiche danze ed arie“) wurde Beethoven in Wien ein Besuch abgestattet, dessen 7. Symphonie durch die junge Frische des Styriarte Youth Orchestra zu rauschendem Leben erweckt wurde. Mexikanisch wurde es mit dem letzten Werk des Abends: Juan Pablo Contreras’ „Mariachitlán“ versetzte das Publikum in den Glauben, eine Mariachi-Band vor sich sitzen zu haben. 

Styriarte Youth Orchestra, Styriarte 22
© Nikola Milatovic

Das Styriarte Youth Orchestra spielt Juan Pablo Contreras’ „Mariachitlán“.

Kritik am Massentourismus 

Auch das Choreographenpaar Adrian Schvarzstein und Jūratė Širvytė machte das Unmögliche möglich und erarbeiteten innerhalb weniger Tage eine Inszenierung, die sowohl clever und gesellschaftskritisch als auch unterhaltsam war. Passend zum Thema des heurigen Festivals beschäftigte sich diese Inszenierung mit den negativen Aspekten des Massentourismus.

junge Musiker:innen mit Stadtplan
© Nikola Milatovic

Fantastische Weltreise mit dem Styriarte Youth Orchester bei der Styriarte 22

Durch pantomimische Darstellungen riefen die Musiker:innen ins Bewusstsein, wie viel Müll bei einer Reise um die Welt liegen gelassen wird. Da flogen Schuhe und Papierflieger durch die Helmut List Halle und auch die Kritik an jenen Tourist:innen, die die Welt vorwiegend durch ihre Kameras wahrnehmen und Erinnerungen nur mehr in Form von Bildern mitnehmen, wurde thematisiert.

War so mancher Gast auch erbost über den scheinbar produzierten „Müll“ während des Konzerts – es handelte sich um Papier aus dem Papiermüllcontainer –, so glauben wir doch fest an die gesellschaftskritische Funktion von Kunst und ihre Fähigkeit, unsere Augen gegenüber den verbesserungswürdigen Seiten des Lebens zu öffnen. 

Mei-Ann Chen und das Styriarte Youth Orchestra
© Nikola Milatovic

Mei-Ann Chen und das Styriarte Youth Orchestra, Styriarte 22

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