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26. Juni bis 26. Juli 2009
Friedrich Schiller hat gerne nach den Sternen gegriffen. Und er hat sich nicht gescheut, die ganz großen Wahrheiten gelassen auszusprechen. Er hat viel verlangt von den Menschen, so wie es ein Idealist eben tut. Und als er sich über die Aufgaben der Künstler Gedanken machte, hat er ihnen sogleich die Würde der gesamten Menschheit in Verantwortung gegeben. War so viel Idealismus zuviel des Guten? Doch blickt man wachen Auges in die Welt, dann scheint auch heute kaum etwas drängender als die Frage, wie es denn um die Würde der Menschen bestellt ist und wer wirklich für sie eintritt.
Einer hat künstlerisch nie mit kleiner Münze bezahlt: Nikolaus Harnoncourt. Er stellt in seiner Arbeit immer die Frage nach dem großen Ganzen. Und wenn er nun in der styriarte uns und sich im Jahr seines 80. Geburtstags einen weiteren künstlerischen Lebenstraum erfüllt, dann liegt es einfach auf der Hand, grundsätzlich und nicht nur mit Schiller die Frage nach der Menschheit Würde zu stellen. Denn Nikolaus Harnoncourt wird ein Werk realisieren, das wie kaum ein anderes dazu geschaffen wurde, Menschen, die in Verachtung lebten, durch die Mittel der Kunst zu würdigen: George Gershwins Oper „Porgy and Bess“.