Dirigent Paul Goodwin
Der Engländer überrascht und beeindruckt mit seinen ungewöhnlichen Konzertprogrammen und gilt als Koryphäe der historisch informierten Aufführungspraxis. Kein Wunder also, dass Paul Goodwin ein weltweit gefragter Dirigent ist: Vom BBC Philharmonic bis hin zum Nationalorchester Taiwan – wohin er auch geht, der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten.
Über den Künstler
Spezialist für historisch informierte Aufführungspraxis
Paul Goodwin ist bekannt für seine historisch informierten Interpretationen von Musik aller Epochen, sein breites Repertoire sowie sein Interesse an zeitgenössischer Musik. Er verbindet mit großer Leidenschaft die Aufführungspraxis historischer Stile mit der traditionellen Orchesterwelt und entwickelt dabei ungewöhnliche, dynamische Konzertprogramme.
Er war elf Jahre lang Artistic Director und Principal Conductor des Carmel Bach Festivals in Kalifornien, sechs Jahre Principal Guest Conductor des English Chamber Orchestra sowie 13 Jahre Associate Conductor der Academy of Ancient Music. Derzeit ist er Principal Guest Conductor der Capella Aquileia in Deutschland sowie Leiter des Programms für historische Aufführungspraxis an der Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid.
Orchester
Paul Goodwin verfügt über ein breites sinfonisches Repertoire und dirigierte Orchester auf der ganzen Welt, darunter das BBC Philharmonic, das Hallé Orchestra, das City of Birmingham Symphony Orchestra, das Bournemouth Symphony Orchestra, das Royal Scottish National Orchestra und das Scottish Chamber Orchestra im Vereinigten Königreich; das San Francisco Symphony Orchestra, das Philadelphia Orchestra, das Minnesota Orchestra, das National Symphony Orchestra Washington, das Seattle Symphony Orchestra, das Utah Symphony Orchestra, das Baltimore Symphony Orchestra sowie das St. Paul Chamber Orchestra in den USA; außerdem das Belgisch Nationale, Spanisch Nationale, Taiwan National, das Ungarische Nationalopernorchester, sowie die mexikanischen und polnischen Nationalorchester, die Philharmoniker von Rotterdam, Helsinki, Auckland, Melbourne, Seoul und Stockholm sowie die Rundfunkorchester des Bayerischen Rundfunks, des SWR (Saarbrücken), des NDR (Hannover), des MDR (Leipzig) und des WDR (Köln), ebenso wie das Konzerthausorchester Berlin und das Gewandhausorchester Leipzig.
Opern
In der Oper schlossen Pauls Erfolge unter anderem Così fan tutte an der Königlichen Dänischen Oper in Kopenhagen, Glucks Iphigénie en Tauride an der Komischen Oper Berlin, Brittens The Rape of Lucretia am Teatro Real Madrid, Händels Jephta an der Welsh National Opera sowie Orlando sowohl bei der Scottish Opera als auch bei Opera Australia ein. In Carmel (USA) dirigierte er Mozarts Idomeneo, Die Zauberflöte, Così fan tutte, Purcells Dido and Aeneas, Strawinskys The Rake’s Progress sowie Bernsteins Trouble in Tahiti.
Aktuelle Saison
In der Saison 2025/26 dirigiert Paul unter anderem das Polnische Nationalorchester (Britten: Saint Nicholas und Schubert), die Warschauer Kammeroper (Mozart-Oper Die Entführung aus dem Serail), die Rheinische Philharmonie (Beethoven 7), sowie mit der George-Enescu-Philharmonie Rumänien Werke von Enescu und die Orchestersuiten von Bach. Weitere Engagements führen ihn zum Cyprus Symphony Orchestra, zum Swedish Chamber Orchestra (Schumann-Programm), zum Beethoven Orchester Bonn (Beethoven und Zeitgenossen), zur Bodensee Philharmonie (Mozart-Programm mit der Jupiter-Symphonie), zur Händel-Oper Ariodante in Mainz sowie zur Camerata Reina Sofía in Madrid.
Aufnahmen
Während seiner Zeit als Associate Conductor der Academy of Ancient Music nahm er mehrere CDs auf, darunter Chormusik von Schütz, Mozarts Singspiel Zaide sowie zwei Alben mit von ihm bei John Tavener in Auftrag gegebenen Werken. Zwei dieser Tavener-Aufnahmen (Eternity’s Sunrise und Total Eclipse) wurden für einen Grammy Award nominiert, Mozarts Zaide zudem für einen Gramophone Award.
Zusammenarbeit
Als Principal Guest Conductor des English Chamber Orchestra arbeitete er mit Künstlerinnen und Künstlern wie Kiri Te Kanawa, Joshua Bell, Maria João Pires, Mstislaw Rostropowitsch und Magdalena Kožená zusammen und nahm eine vielfach gelobte CD von Elgars Nursery Suite für Harmonia Mundi auf. Weitere Einspielungen umfassen Werke von Richard Strauss und Karl Amadeus Hartmann mit dem SWR-Orchester, Händels Opern Lotario, Riccardo Primo und Athalia mit dem Basler Kammerorchester sowie zwei CDs für Sony, darunter Prokofjews Peter und der Wolf in Kombination mit Paddington Bear sowie Underneath the Stars mit dem Geiger Charlie Siem.
Spotify
Paul hat eine große Hörerschaft auf Spotify. Sein populärster Titel Sospiri op. 70 von Edward Elgar wurde bereits über 13 Millionen Mal gestreamt. Derzeit sind 23 seiner Alben auf Spotify verfügbar.
Auszeichnungen
Im Jahr 2007 wurde Paul Goodwin mit dem Händel-Ehrenpreis der Stadt Halle (Saale) ausgezeichnet – in Anerkennung seiner herausragenden Verdienste um die Aufführung der Werke Georg Friedrich Händels.
2021 wurde in Zusammenarbeit mit der California State University Monterey Bay (CSUMB) ein Musikstipendium zu Ehren von Paul Goodwins elfjähriger Tätigkeit beim Carmel Bach Festival eingerichtet.
2022 erhielt er – überreicht von Königin Sofía von Spanien – die Plakette der Reina-Sofía-Musikhochschule als Professor des Programms für historische Aufführungspraxis.