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Palais Attems

Detailreiches Deckenfresko im Grazer Palais Attems, das Merkur und weitere mythologische Figuren zeigt.
© Werner Kmetitsch

Deckenfresko im Grazer Palais Attems

Palais Attems: Aus dem Dornröschenschlaf in die Zukunft
Eine aktuelle Stellungnahme aus dem Hause Styriarte.

von Katharina Schellnegger & Mathis Huber

Die Steiermärkische Landesregierung hat sich vorgenommen, zur Rettung des Landesbudgets auch ein paar Immobilien zu verkaufen. Das ist ein ehrenwerter Plan. In der Liste der Immobilien, die verkauft werden sollen, steht auch das schönste Haus von Graz, ein Juwel österreichischer Kunst- und Baugeschichte, das Palais Attems. Und das ist kein ehrenwerter Plan, das ist eine Schande.

Das Palais Attems ist keine Immobilie, es ist ein Kunstwerk. Das Palais Attems ist kein entbehrlicher Gegenstand, den man verkauft, wenn gerade ein Loch in der Kassa klafft, es ist ein Stück steirischer Geschichte. Es ist unbestreitbar ein einzigartiges Stück steirischer Identität und ein kulturelles Erbe von unschätzbarem Wert. Das soll jetzt reduziert werden auf eine Position in der Landesbilanz, die obendrein nicht aufgeht? Das ist kein ehrenwerter Plan, das ist eine Schande.

Wer einen kulturellen Schatz dieser Dimension opfern möchte, um ein finanzielles Loch zu stopfen, beseitigt nicht das Problem, er macht das Land ärmer. Ärmer im Budget, denn der Vermögenswert, der für das Land und damit für alle Steirerinnen und Steirer arbeiten könnte, wäre weg. Ärmer aber auch in ideeller Sicht.

Das Palais Attems, ein Kunstwerk, das eine bedeutende steirische Familie über drei Jahrhunderte erschaffen und erhalten hat und das zum Glück seit dem Jahr 1962 allen Steirerinnen und Steirern gehört, das Palais Attems verzaubert. Das merken wir, das Haus Styriarte, ein paar Mal im Jahr, in jenen Momenten, wenn wir das Palais öffnen und mit Musik und Theater füllen. Staunend, verzaubert, verlassen unsere Gäste das Palais, das der Kunst eine einzigartige Bühne bietet, weil es ja selbst Kunst ist.

Man kann dem Haus nicht vorwerfen, dass es bis jetzt keine passende Nutzung erfährt. Es liegt in einer Art Dornröschenschlaf, beschützt durch den Umstand, dass für Pläne, das Palais grundlegend zu verändern, immer zu wenig Geld da war. Jetzt schlummert es, mitten im Herzen der Grazer Altstadt, und wartet, nahezu unberührt und unbeschädigt im ursprünglichen barocken Zustand mit Fresken, Lüstern, Stuck und Gemälden auf seine große Zeit. Auf den Moment, wo es für die Steirerinnen und Steirer nützlich sein kann. Nützlich, weil sie sich an der Kunst, die man dort an Decken, Wänden und auf unseren Bühnen findet, erfreuen können. Kurz heraustreten aus dem Alltag, wo ohnehin alles schwer und belastet ist. Aber das Palais Attems will auch in ökonomischer Sicht nützlich sein.

Wer sagt denn, dass es nicht ein Geschäftsmodell auch für ein Haus geben kann, das ein Kunstwerk ist? Ein Konzept, das zur Erhaltung des Hauses beiträgt, das es öffnet und für alle offen hält, und das gleichzeitig seine Gäste erfreut und verzaubert. Und das dafür sorgt, dass das Palais Attems auch in Zukunft allen Steirerinnen und Steirern gehört, als Hausschatz und als Teil ihrer Identität. Ein Schatz, den jedes Schulkind des Landes und jede Touristin gesehen haben will. Das Palais kann das leisten. Und dieses Potential, diesen ungehobenen Schatz aus der Hand zu geben für nichts, das ist kein ehrenwerter Plan, das ist eine Schande.

In dem eindrucksvollsten Stiegenhaus von Graz, im Palais Attems, begrüßt ein Deckenfresko die Gäste. Merkur, der Gott des Reichtums und des Handels, ist hier zugange, und Abundantia, die Göttin des Überflusses öffnet ihr Füllhorn für die Eintretenden. Und so sehen auch wir im Hause Styriarte die Zukunft des Palais Attems. Da steht kein Abverkaufsposten, sondern ein Kunstwerk und ein Wirtschaftsgut, das wir Steirerinnen und Steirer in einer hoffentlich zeitnah beginnenden Zukunft für uns arbeiten lassen können. Wir beginnen, auch ohne Auftrag, noch heute mit der Arbeit an dieser Zukunft. Alles andere wäre eine Schande und steht nicht zur Diskussion.                             

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