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Der Gast im Team

Von Matthias Wagner

Mit 66 ist sie die Älteste im Team – und zugleich einer unserer jüngsten Neuzugänge: Elisabeth Klammer war Stammgast der Styriarte. Jetzt gehört sie zur Familie.

Das Kompliment

Liebe Gäste, der schönste Lohn für uns Konzertveranstaltende sind (neben der Musik natürlich) Ihre Komplimente, die uns immer wieder erreichen: Für die Konzerte, die feine Stimmung – und vor allem für unser Serviceteam. Jene unbeirrbar freundlichen Menschen am Ein- und Ausgang, im Konzertsaal und am Parkplatz, die Ihnen, liebes Publikum, ein unbeschwertes Kunsterlebnis ermöglichen möchten.

Aber das vielleicht tollste Kompliment, das wir in letzter Zeit erhalten haben, ist eine Person: Elisabeth Klammer, Jahrgang 1955 und pensionierte Volksschuldirektorin. Sie war 2020 Stammgast in unseren Konzerten. Und weil es ihr so gut gefallen hat im Hause Styriarte, hat sie beschlossen, heuer die Seite und Rolle zu wechseln: Vom Gast zur Kollegin.

2020: Konzerte statt Busreisen

„Normalerweise arbeite ich im Sommer als Begleiterin von Busreisen, und das war letztes Jahr wegen Corona von einem Tag auf den anderen vorbei“, erzählt sie. „Aber immerhin hat das den Vorteil gehabt, dass ich Styriarte-Konzerte besuchen konnte. Früher war ich um diese Zeit ja immer unterwegs. Ich war wirklich begeistert, wie Mathis Huber und sein Team sich in dieser Coronazeit drübergetraut haben, trotzdem Konzerte zu machen.“ Dann entdeckte Elisabeth auf unserer Website die Jobausschreibung. „Und ja, jetzt bin ich da“, lacht sie. „Es war in erster Linie das Team, das mich mit seiner Professionalität so beeindruckt hat, dass ich ein Teil davon sein wollte.“

„Diversität“ steht in unseren Stellenausschreibungen. Ganz oben. Wenn unsere Servicechefin Katharina Schellnegger jemanden zum Vorstellungsgespräch einlädt, spielen Geschlecht, sexuelle Orientierung, Herkunft, Hautfarbe und andere Banalitäten nicht den Hauch einer Rolle. Und natürlich auch nicht das Alter, wär ja noch schöner.

Mit 66

Elisabeth sagt: „Ich habe ja geglaubt, dass das ein reiner Student*innenjob ist. Und war ganz überrascht, dass ich wirklich eingeladen worden bin zum Bewerbungsgespräch. Kathi hat gemeint, sie möchte ganz unterschiedliche Leute im Team haben. Jetzt bin ich eben die Älteste. Aber ich fühle mich gar nicht so. Mit 66 fängt das Leben bekanntlich an! Ich bin voll im Team aufgenommen worden und fühle mich einfach wohl in der Gruppe.“

Teambesprechung

Egal, ob draußen Hitze herrscht oder Gewitter: Von den verschiedenen Aufgaben, bei denen sich die Kolleg*innen des Konzertteams von Tag zu Tag abwechseln, gefällt Elisabeth der Job vor dem Haus am besten, am Empfang. „Der direkte Kontakt mit dem Publikum ist am schönsten. Ich begrüße die Gäste und mache die 3-G-Kontrolle.“ Das sei am Anfang gar nicht so einfach gewesen. „Da gab es einige, die ihre Nachweise vergessen haben. Aber mittlerweile hat sich das gut eingespielt, die Gäste haben ihre Zertifikate immer griffbereit.“ Und natürlich trifft Elisabeth jede Menge Bekannte am Eingang, die – so wie sie selbst noch im Vorjahr – „nur“ zum Zuhören da sind.

Geübte Ohren

Zuhören kann Elisabeth bei einer anderen Aufgabe im Dienstradl: Platzanweiserin. Längst kennt sie im Saal jeden Sitzplatz aus dem Effeff, und sie kommt auf einige Höhenmeter, wenn sie den Gästen ihre Plätze zeigt, immer auf und ab über die Stiegen. Wobei das Stiegensteigen nicht so fordernd ist wie das Stehen während der Konzerte. Das könne mit der Zeit schon anstrengend sein, meint Elisabeth, in deren Leben Musik schon immer eine Hauptrolle spielt: „Mein verstorbener Mann war ein großer Opernfan, vor allem Verdi und Belcanto hat er geliebt. Wir sind sehr oft zusammen in der Oper gewesen. Nicht nur in Graz, sondern auch in anderen Städten, Dresden, Venedig, Parma und so weiter.“

Wow. Also eine echte Afficionada, die wir uns da geangelt haben. Kein Wunder, dass ihr bei der Frage nach ihren bisherigen Styriarte-Höhepunkten zwei Ereignisse mit klassischem Gesang einfallen. Lust auf Mozart zum Beispiel, mit einem instrumentalen Starensemble und Maria Ladurner als Sängerin. „Mir gefällt ihr natürliches Auftreten, ihre sympathische Art“, schwärmt Elisabeth. „Und sie hat eine wunderbare, klanghelle Stimme.“

Back to the Roots

Und dann fällt ihr Stainz ein, unser traumhaftes Luxuskonzert mit Jordi Savall und den Seinen, das der ORF via Klangwolke in die Welt getragen hat. Wie immer bei unseren Konzerten außerhalb von Graz, so haben wir auch nach Stainz einen Publikumsbus organisiert. Und dreimal dürfen Sie raten, welche Aufgabe Elisabeth bei dieser Produktion übernommen hat. Busreisebegleiterin natürlich.

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