Sujet styriarte 2018 © Sujet styriarte 2018

styriarte 2018

22. Juni - 22. Juli 2018

IST ÖSTERREICH EIN GLÜCKLICHES LAND?  KOMMT DRAUF AN, WEN MAN FRAGT …

Fragen wir doch den Rest der Welt: Der „World Happiness Report 2017“ der Vereinten Nationen, der den Glückszustand von 155 Ländern bewertet, listet Österreich ganz oben, an 13. Stelle, fast gleichauf mit den Langzeitsiegern Norwegen, Dänemark und Island. Und mit dieser Einschätzung, dass Österreich sehr glücklich sei, befinden sich die Vereinten Nationen in bester Gesellschaft.

Schließlich beschreibt ein allseits beliebter Vers schon seit Jahrhunderten die Basis des Habsburgerreiches so: „Andere mögen Kriege führen, du, glückliches Österreich, heirate.“ Das ist natürlich zunächst einmal gelogen, denn den Habsburgern saß das Schwert ebenso locker an der Seite wie den anderen Mitbewerbern um die Macht auch. Und doch trifft „Tu felix Austria nube“ einen Kern der Sache: Die Habsburger haben sich ihr Reich, in dem zu den ruhmvollsten Zeiten die Sonne nicht unterging, tatsächlich erheiratet und ererbt. Man muss demnach das Neue, das Fremde gar nicht überwältigen, man kann es sich anverwandeln, man kann sich ihm öffnen und eine Beziehung mit ihm eingehen. All das macht uns reicher. Das meint der Spruch.

Nun, das Habsburgerreich hat sich vor hundert Jahren aufgelöst. Und das sprichwörtliche Glück des Hauses Österreich, wo wäre es geblieben? Die styriarte 2018 macht sich auf, diese Frage zu beantworten und sucht die Momente und die Möglichkeiten des Glücks durch die Zeiten, durch die Orte. Wir begleiten Maria Theresia zu einem Fest des Rokoko und Kaiser Leopold I. zu seiner zweiten Heirat nach Schloss Eggenberg. Eine Barockoper vom Steirer Johann Joseph Fux feiert das Glück des Kaisers in seinem antiken Ahnherrn Julus Ascanius. Karl II. und seine Töchter, Joseph II. und Mozart, Erzherzog Rudolph und Beethoven – an musikalischen Habsburgern herrscht kein Mangel. Doch mit den Truppen Napoleons kommt das Erdbeben der Welt auch in Österreich an: Schuberts As-Dur-Messe erschüttert die Grundfesten der Frömmigkeit in wilden Klangstürmen. Beethovens „Fidelio“ fordert die Mächtigen heraus. In der Gründerzeit tanzen Strauß und Brahms auf dem Vulkan. Aus dem Untergang der Monarchie erwächst die Freiheit zu Schönberg, Webern und Berg. Schlussendlich – nach den dunkelsten Zeiten – kommen wir in eine Republik, in der Felix Austria kein politisches Programm, sondern eine Lebensmittelmarke ist. Ist vielleicht gerade das ein Glück?

Programmbuch

Piccolo

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