Sujet styriarte 2021 - Lust © Sujet styriarte 2021 - Lust

styriarte 2021

25. Juni bis 25. Juli

Lust

Liebe, Lust und Leid liegen nahe beieinander in der Geschichte von der schönen Psyche und ihrem Geliebten Amor. Was der antike Dichter Apuleius um 150 n. Chr. im Norden Afrikas ersann, verwandelte Johann Joseph Fux anno 1720 zu Wien in seine sinnlichste Opernpartitur. Alfredo Bernardini dirigiert die „Psiche“ als Eröffnungsoper der styriarte 2021 und gibt dem Festival damit die Richtung vor: Die Lust in allen Spielarten wird zum Motto der Festspiele.

In den Lesungen folgt Märchen auf Märchen: Amor und Psyche, die Schöne und das Biest, die Märchen aus 1001 Nacht, der Decamerone von Boccaccio. Immer geht es darum, wie leicht sich der Mensch von der Augenlust und der fleischlichen Begierde täuschen lässt. Getäuscht wird auch der Scharlatan in Pergolesis „Ciarlatano“, der zweiten Barockoper des Festivals. Adrian Schvarzstein führt Regie wie in der „Psiche“, und er leiht noch einem dritten Ereignis seine szenischen Einfälle: dem Debüt des styriarte Festspiel-Orchester.YOUTH unter Andrés Orozco-Estrada.

Die Jugend spielt bei einem so sinnlichen Thema überhaupt eine große Rolle: Ein junger Sopranist aus Venezuela erklimmt die höchsten Sopranhöhen. Junge Sänger*innen schwelgen im prallen Mittelalter von Orffs „Carmina Burana“. Junge Cellist*innen und junge Kammermusiker*innen machen Lust auf Klassik und fragen scheinbar naiv: „Lust auf Mozart? Lust auf Schubert? Lust auf Brahms?“ Alles ist jung und prickelnd in diesem Festival.

Da ragt Altmeister Jordi Savall wie ein Fels aus der Brandung: In Ballettmusiken frönt er der Sinnlichkeit des galanten Zeitalters. In Stainz fügt er drei grandiose Chorwerke zu einer barocken Marienvesper zusammen. Ihrem Ruf als führendes Festival der Alten Musik bleibt die styriarte also auch 2021 treu.

Welche Spielarten die ewige Suche des Menschen nach lustvoller Befriedigung im 20. Jahrhundert annahm, zeigen die Ausflüge des Festivals in die jüngere Vergangenheit: zum Summer of Love in San Francisco und zur Salsa Explosion im New York der Sechziger, zum Tango alla Piazzolla und in die goldene Zeit des Schlagers. Immer leben die Menschen im Traum von der Lust die Sehnsüchte ihrer Psyche aus – womit wir wieder beim Ausgangspunkt wären: bei einer (un)glücklichen Königstochter namens Psyche.

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